Kämpfe vertreiben Zehntausende im Westen Mossuls

Die Kämpfe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Westen der irakischen Stadt Mossul haben bislang über 45'000 Zivilisten in die Flucht getrieben. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) registrierte nach eigenen Angaben 7619 geflüchtete Familien.
05.03.2017 11:12

Dies entspreche 45'714 Vertriebenen, teilte die Organisation am Sonntag mit. Noch am Freitag hatte UNICEF von 30'000 Flüchtlingen berichtet - die Hälfte von ihnen seien Kinder.

Viele der Geflüchteten suchten laut der IOM seit Ende vergangener Woche in den Flüchtlingslagern rund um die umkämpfte Grossstadt Zuflucht. Alleine am Dienstag seien dort 17'000 Ankünfte registriert worden.

Die Menschen berichteten von schweren Kämpfen. Die Kinder seien völlig erschöpft und und extrem verängstigt. Die meisten Flüchtlinge hätten nur das nötigste eingepackt.

Die irakischen Kräfte hatten vor zwei Wochen eine Offensive gestartet, um den IS aus Mossuls Wohngebieten westlich des Flusses Tigris zu vertreiben. Für das gesamte Stadtgebiet, einschliesslich des bereits im Januar eroberten Ostteils, geht die IOM von insgesamt mehr als 206'000 Flüchtlingen aus.

Am Sonntag griffen die irakischen Einheiten vier Stadtviertel in Mossul an. Nach Angaben der Armeeführung attackierten sie die IS-Kämpfer unter anderem im Regierungsbezirk Al-Dawasa. In dem Viertel liegen der Gouverneurssitz und andere Gebäude der Provinzregierung von Niniwe.

Mossul ist die letzte Hochburg der Terrormiliz im Irak. Sollten die sunnitischen Extremisten die Grossstadt verlieren, wären sie im Irak militärisch weitestgehend besiegt.

(SDA)