Kanton Waadt geht gegen "Schweinereien" vor

Der Kanton Waadt will strafrechtlich gegen einen Schweinezüchter vorgehen, der in Echallens und Peney-le-Jorat nicht gesetzeskonforme Mastbetriebe führt. Er reagiert damit auf ein Video im Internet, das die Zustände publik gemacht hatte.
13.09.2016 18:40

Das rund siebenminütige Video war letzten Dienstag von der Tierschutzorganisation MART (Mouvement pour les animaux et le respect de la Terre) online gestellt worden. Darauf sind Schweine zu sehen, die unsauber und auf engem Raum gehalten werden. Einige der Tiere waren verletzt und manche sogar bereits tot.

Laut den Machern des Videos wurden die Aufnahmen in drei verschiedenen Schweinezuchtbetrieben im Kanton Waadt gedreht. Das kantonale Lebensmittelinspektorat und das Amt für Tierschutz hat die Betriebe unterdessen selber inspiziert und bei zwei Betrieben festgestellt, dass sie nicht gesetzeskonform sind, wie der Kanton in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt.

So werden die Schweine in Peney-le-Jorat in viel zu engen Verhältnissen gehalten; konkret liegt die Zahl der erlaubten Tiere um zwei Prozent über dem gesetzlich erlaubten Wert. In Echallens wurde von den Behörden beanstandet, dass die Schweine im Halbdunkeln gehalten werden und zu wenig natürliches Tageslicht bekommen.

In Ropraz war der Mastbetrieb hingegen gesetzeskonform. Die Betriebe gehören alle demselben Produzenten. Der Kanton wird Strafanzeige gegen ihn erstatten. Der betroffene Produzent kündigte nach den Beanstandungen an, dass er die Masttierhaltung in Echallens in den nächsten Wochen einstellen werde. Die Schliessung sei bereits geplant gewesen, werde nun aber aufgrund der Ereignisse vorgezogen.

Die Fleischverarbeiter Bell und Micarna hatten ihre Geschäftsbeziehungen zum beanstandeten Waadtländer Schweinefleischproduzenten aufgrund des im Internet verbreiteten Videos bereits am Wochenende vorsorglich auf Eis gelegt.

(SDA)