Katar setzt im Streit am Golf auf Schweizer Anwälte

Katar will im Streit mit seinen Nachbarstaaten am Golf auf die Hilfe von Schweizer Anwälten zurückgreifen. Dies sagte ein katarischer Beamte am Mittwoch. Das Emirat will Entschädigungen für Schäden geltend machen, die durch die Wirtschaftsblockade entstehen.
29.06.2017 01:15

Ali ben Smaikh Al-Marri, Vorsitzender des Nationalen UNO-Menschenrechtskomitees in Katar (NHRC), sagte an einer Pressekonferenz, dass sein Land rechtliche Schritte gegen Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain einleiten würde.

Katar wolle die rechtlichen Schritte mit den von den Sanktionen Betroffenen koordinieren, sagte Al-Marri. Die drei benachbarten Golfstaaten sollten die Betroffenen entschädigen. Der Streit solle vor Gerichte in den drei Golfstaaten und anderen Gerichten mit internationaler Zuständigkeit in Europa gebracht werden, sagte Al-Marri.

Der Name der entsprechenden Schweizer Anwaltskanzlei war zunächst nicht bekannt. Al-Marri erklärte, dieser solle bald öffentlich gemacht werden.

Am 5. Juni brachen die drei Golfstaaten und Ägypten die diplomatischen Beziehungen mit Doha ab und verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Katar. Sie werfen dem Emirat vor, Extremisten zu unterstützen.

Die Gegner Katars fordern eine Einstellung dieser Hilfe, die Schliessung des Fernsehsenders Al-Dschasira, die Reduzierung der Zusammenarbeit mit Iran - dem wichtigsten Rivalen Saudi-Arabiens in der Region - und die Schliessung des türkischen Militärstützpunkts in dem Land.

(SDA)