Kettensägen-Angreifer liess sich ohne Widerstand festnehmen

Der Kettensägen-Attentäter von Schaffhausen hatte bei seiner Verhaftung am Dienstagabend in Thalwil ZH zwei geladene Armbrüste mit eingesetzten Pfeilen bei sich. Die Motorsäge führte er nicht mit sich. Der 51-Jährige wird nun von der Rechtsmedizin untersucht.
26.07.2017 10:51

Die beiden Armbrüste hatte der Gesuchte in einem Plastiksack verpackt. Ausserdem hatte er zwei angespitzte Holzstücke bei sich, wie die Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen am Mittwoch bekannt gab.

Das Motiv des Mannes ist noch nicht bekannt. Die erste Befragung findet am Mittwochnachmittag statt. Unklar ist auch noch, wie und warum der 51-Jährige nach Thalwil ZH geflüchtet ist.

Zwei Polizeihunde konnten nach der Tat die Spur des Geflüchteten bis zur Rheinbrücke in Schaffhausen verfolgen. Danach verlor sich die Spur jedoch, wie die Polizei vor den Medien bekannt gab. Zur Verhaftung führten schliesslich mehrere Hinweise aus der Bevölkerung.

Zurzeit wird das Gepäck des Verhafteten durchsucht. Eine Rechtsmedizinerin untersucht den Mann körperlich, um festzustellen, ob er sich Verletzungen zugezogen hat. Ausserdem werden Gesundheit und Psyche abgeklärt.

Die entscheidenden Hinweise, die zur Festnahme führten, kamen aus der Bevölkerung. Der 51-Jährige war alleine und zu Fuss unterwegs, als er um 18.50 Uhr verhaftet wurde. Er habe sich ohne Gegenwehr festnehmen lassen und sich "anständig und kooperativ" verhalten.

Die Polizei hatte bereits am Tattag entschieden, eine Öffentlichkeitsfahndung einzuleiten und unmittelbar nach der Tat erste Fotos veröffentlicht.

Der Beschuldigte befindet sich im kantonalen Gefängnis in Schaffhausen. Die Staatsanwaltschaft hat gegen ihn ein Strafverfahren wegen mehrfacher strafbarer Handlungen gegen Leib und Leben eröffnet. Es gilt laut Staatsanwaltschaft die Unschuldsvermutung.

Der am Dienstagabend festgenommene 51-jährige war am Montag in die Filiale des Krankenversicherers CSS eingedrungen und hatte zwei Menschen mit einer Motorsäge verletzt. Zwei Kunden erlitten einen Schock.

Die Polizei hatte mit einem Grossaufgebot intensiv nach dem Mann gefahndet. Dabei waren auch Spürhunde und Helikopter im Einsatz. Ausserdem war er international zur Verhaftung ausgeschrieben.

(SDA)