Kleinste Schweizer Gemeinde steht ohne Exekutive da

Die nach Zahl der Einwohner kleinste Schweizer Gemeinde Corippo TI muss seit dieser Woche ohne Regierung auskommen. Sowohl der Präsident als auch die beiden Gemeinderätinnen traten zurück. Jetzt wurde ein Verwalter für den Weiler im Verzascatal entsendet.
28.10.2017 14:57

Sie sei "überglücklich", diesen Entscheid getroffen zu haben, sagte die Ex-Gemeinderätin Clarina Scettrini am Samstag auf Nachfrage. Sie bestätigte zugleich verschiedene Medienberichte zu den Demissionen.

Gemeinsam mit Clarina Scettrini haben auch die Gemeinderätin Pia Scettrini und der "Sindaco" Claudio Scettrini den Rücktritt eingereicht - insgesamt zählte die Exekutive in Corippo nur drei Personen. Das Tessiner Bergdorf hat gemäss einer Statistik des Bundes ohnehin nur 13 Einwohner. Das zweitplatzierte Bister im Wallis kommt immerhin auf 31 Personen.

Tessiner Medien hatten berichtet, dass vor allem die berufliche Belastung des Gemeindepräsidenten sowie das hohe Alter der Gemeinderätinnen ausschlaggebend für den Kollektiv-Rücktritt waren. Clarina Scettrini wollte dies auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren.

Eigentlich hätte der Weiler Corippo im Zuge einer Gemeindefusion längst in der neuen Grossgemeinde Verzasca aufgehen sollen - bei diesem Vorhaben war es aber immer wieder zu Verzögerungen gekommen.

Die Tessiner Kantonsregierung reagierte auf die Rücktritte, indem sie einen kommissarischen Verwalter nach Corippo schickte. Auch er heisst Scettrini, war allerdings zuletzt in Tenero TI wohnhaft, wie aus dem Tessiner Kantonsblatt hervorgeht. Demnach werden Vittorio Scettrini nun alle Geschäfte der Kleinstgemeinde Corippo anvertraut, wofür er auch eine Entschädigung erhalten soll.

(SDA)