Knaller und Kirchenglocken begleiten den Jahreswechsel

Zeit für Neues: Heute Samstagabend werden die Kirchenglocken in der Schweiz das alte Jahr kräftig ausläuten, und in mehreren Städten wird der Himmel zum Jahreswechsel durch buntes Feuerwerk erhellt. Bloss die Trockenheit macht einigen einen Strich durch die Rechnung.
31.12.2016 10:04

In Zürich werden seit Jahren jeweils rund 150'000 Besucher aus dem In- und Ausland an der Festmeile rund um das Seebecken zur Silvesterparty erwartet. Der Festbetrieb mit Ständen und Bars beginnt um 20 Uhr und endet um 3 Uhr.

Den Höhepunkt bildet das 15 Minuten dauernde Silvester-Feuerwerk. Es beginnt 20 Minuten nach Mitternacht. Erstmals gibt es für maximal 350 zahlende Gäste einen abgesperrten Bereich am General-Guisan-Quai. Für 35 Franken pro Person kann man dem Gedränge und Geschubse etwas entgehen.

Der weitaus grösste Teil des Festareals steht den Besucherinnen und Besuchern nach wie vor gratis zur Verfügung. "So soll es auch bleiben", sagte der Kommunikationsverantwortliche auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

In Bern gibt es in der Silvesternacht zwar kein grosses Feuerwerk, dafür läuten dort die Glocken besonders eindrucksvoll. Wie jedes Jahr dürften sich kurz vor Mitternacht mehrere Tausend Personen auf dem Berner Münsterplatz versammeln - ausgerüstet mit Sektflaschen und Gläsern zum traditionsreichen Anstossen aufs neue Jahr.

Von 23.45 Uhr bis Mitternacht läuten zunächst die drei tontiefen Glocken das alte Jahr aus. Die zwölf Glockenschläge um Mitternacht führt dann die Turmwartin von Hand mit dem Schlaghammer und der Burgerglocke aus. Danach ertönt bis 00.15 Uhr das wuchtige Vollgeläut, während unten auf dem Platz die Korken knallen.

Die Stadt Basel feiert das neue Jahr erneut mit einem Feuerwerk über dem Rhein. An den Rheinufern wird zudem kostenlos Glühwein ausgeschenkt - bei der Mittleren Brücke und der Johanniterbrücke jeweils auf Grossbasler Seite.

Die traditionelle besinnliche Feier findet erneut auf dem Münsterplatz statt. Sie beginnt um 23.30 Uhr mit dem Stadtposaunenchor. Zwischen 23.45 Uhr und 23.55 Uhr wird das alte Jahr mit der grossen Glocke des Martinsturms ausgeläutet. Alle Glocken der Stadt läuten danach das neuen Jahr ein.

Zum Feuerwerk am Rhein und zur Silvesterfeier auf dem Münsterplatz werden Tausende Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Region erwartet. Am späten Morgen des 1. Januar schenkt die Zunft "zum Goldige Stäärn" am Dreizackbrunnen zudem Passanten "Hypokras" (Gewürzwein) aus, um damit auf das neue Jahr anzustossen.

In Luzern erstrahlt über dem Seebecken ebenfalls ein grosses Feuerwerk - allerdings erst am Abend des 1. Januar. Die Touristiker bescheren der Stadt dann einen 15-minütigen "Neujahrszauber", der bereits zum 10. Mal durchgeführt wird.

Die Stadt Genf lädt ihre Bevölkerung an Silvester auf dem Mont Blanc-Quai zum Tanz ein. Für das Volksfest sind drei Musikbühnen vorgesehen - und damit für jeden Musikgeschmack etwas, wie die Stadt hofft. Vom Quai aus haben die Besucher freie Sicht auf die Seebucht, über der auch dieses Jahr ein Silvesterfeuerwerk leuchten soll.

In Lausanne wird bei der Kathedrale eine Tradition gefeiert, die auf das Jahr 1904 zurückgeht: Um Mitternacht werden auf dem Glockenturm rote Feuer gezündet, so dass es von weitem aussieht, als würde der Turm brennen. An seinem Fuss wird Glühwein, Champagner und Tee ausgeschenkt.

Wegen Trockenheit und Brandgefahr muss dieses Jahr in einigen südlichen Regionen der Schweiz allerdings auf Feuerwerk verzichtet werden. Im Tessin und in den vier Bündner Südtälern Calanca, Misox, Bergell und Puschlav müssen Feuerwerkskörper im Schrank bleiben.

Wegen der Waldbrandgefahr gilt ein absolutes Feuerverbot im Freien. In beiden Kantonen sind in den vergangenen Tagen Wälder in Brand geraten. Auch andernorts ist Vorsicht geboten. Das Luxusresort "The Chedi" des Ägypters Samih Sawiris in Andermatt UR etwa verzichtet wegen Trockenheit ebenfalls auf ein privates Feuerwerk.

Keine oder nur geringe Waldbrandgefahr herrscht hingegen im Mittelland - dank Nebel und fehlender Winde.

Nach dem jüngsten Attentat auf den Weihnachtsmarkt in Berlin werden die Sicherheitsmassnahmen im Vergleich zu früheren Silvesterabenden teilweise verstärkt. In Basel werden beispielsweise Zufahrten mit baulichen Massnahmen oder mit Fahrzeugen erschwert.

Andere Kantonspolizeien hatten die Sicherheitsmassnahmen für Grossveranstaltungen bereits zuvor erhöht - etwa nach den Anschlägen im Juli in Nizza. Für die Schweiz liege nach wie vor keine Veränderung der Bedrohungslage vor, hiess es nach dem Anschlag in Berlin bei den Schweizer Sicherheitsbehörden auf Anfrage.

(SDA)