Aktien Europa: Anleger bleiben vor wichtigen EZB-Entscheidungen in Deckung

An Europas Börsen haben sich die Anleger auch am Dienstag zurückgehalten. Die Märkte suchten immer noch nach einer Richtung, schrieb Marktanalyst Neil Wilson vom Handelshaus CMC Marktes.
10.09.2019 11:50

Der Leitindex der Euroregion, der EuroStoxx 50 , gab um 0,36 Prozent auf 3482,36 Punkte nach. In Paris büsste der Cac-40-Index 0,52 Prozent auf 5559,78 Punkte ein. Der Londoner FTSE 100 verlor 0,19 Prozent auf 7221,80 Punkte.

Die Anleger richten ihren Blick bereits jetzt auf die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) an diesem Donnerstag. Die Erwartungen an die Währungshüter sind aktuell recht hoch und entsprechend gross ist die Gefahr von Enttäuschungen.

Die EZB dürfte ihre bereits sehr expansive Geldpolitik zwar abermals lockern. Die Frage ist aber, wie umfangreich die Lockerung ausfällt. Als nahezu sicher gilt eine Reduzierung des Einlagensatzes, der aktuell minus 0,4 Prozent beträgt. Denkbar sind darüber hinaus Entlastungen für die unter den Negativzinsen leidenden Banken, ein neues Zinsversprechen und zusätzliche Wertpapierkäufe. Gegen Letztere wächst jedoch der Widerstand.

Derweil rücken die anhaltenden politischen Risiken wie der Brexit oder der internationale Handelskonflikt aktuell in den Hintergrund. Davon profitierten insbesondere die als sehr konjunktursensibel geltenden Banken , die aus Branchensicht mit einem Plus von 1,1 Prozent die Nase vorn hatten.

In Zürich zogen die Papiere der UBS um fast 3 Prozent an und setzten sich damit an die Spitze des Schweizer Leitindexes SMI . Hier half auch eine Kaufempfehlung des Analysehauses Kepler Cheuvreux. Ungeachtet der Sorgen am Markt um das Aktienrückkaufprogramm halte er die Dividende der Bank für sicher, schrieb der Experte Nicolas Payen. Eine Pause bei den Aktienrückkäufen sei im Kurs grösstenteils eingepreist. Nach Veränderungen im Management könnten nun vor allem in der Vermögensverwaltung neue Massnahmen getroffen werden, die den auf ein Mehrjahrestief gesunkenen Aktienkurs antreiben könnten.

In London stiegen die Anteilsscheine von Barclays trotz negativer Unternehmensnachrichten um rund 4 Prozent. Nach Lloyds muss nun auch die britische Grossbank Barclays viel Geld für weitere Schadenersatzzahlungen an über den Tisch gezogene Kreditnehmer zurücklegen. Der Gewinn dürfte aber immer noch ausreichen, die Dividende für 2019 zu decken, schrieb Analyst Martin Leitgeb von der US-Investmentbank Goldman Sachs./la/jha/

(AWP)