Aktien Europa: Daten aus China und anstehende Brexit-Abstimmung belasten

Enttäuschende Wirtschaftsdaten aus China haben am Montag die globalen Konjunktursorge geschürt und so die Stimmung an Europas Börsen belastet. Die Ungewissheit vor der am Dienstag anstehenden Abstimmung über das Brexit-Abkommen im britischen Parlament drückte ebenfalls auf die Aktienkurse. Ein Anlagestratege verwies indes vor allem auf die in dieser Woche startende Berichtssaison. Die Wachstumserwartungen für die europäischen Unternehmensgewinne seien womöglich immer noch zu optimistisch, warnte er.
14.01.2019 11:53

Gegen Mittag sank der EuroStoxx 50 um 0,90 Prozent auf 3042,34 Punkte. Damit folgte der Eurozonen-Leitindex der schwachen Entwicklung an den chinesischen Handelsplätzen. Auch die Wall Street wird zu Wochenbeginn klar in der Verlustzone erwartet. In Paris ging es für den Cac 40 am Montag um 0,91 Prozent auf 4737,85 Punkte bergab. Der Londoner FTSE 100 gab um 1,06 Prozent auf 6845,05 Punkte nach.

Der Zollstreit mit den USA und das langsamere Wirtschaftswachstum hatten den chinesischen Aussenhandel zuletzt stark belastet: Die in US-Dollar gemessenen Exporte und noch mehr die Importe gingen im Dezember deutlich zurück - sie fielen so schwach aus wie seit etwa zwei Jahren nicht mehr. Dazu wurden die Daten für November schwächer ausgewiesen als bisher bekannt.

In der europäischen Branchenübersicht gab es zu Wochenbeginn fast nur Verlierer. Am härtesten traf es die Titel der Technologiefirmen, deren Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 1,21 Prozent einbüsste.

Auch die Aktien von Luxusgüterherstellern, für die China ein wichtiger Absatzmarkt ist, gerieten unter Beschuss: LVMH büssten am EuroStoxx-Ende gut drei Prozent ein, für Konkurrent Kering ging es um mehr als zwei Prozent nach unten, und im Schweizer SMI verbuchten Richemont ein Minus von knapp zwei Prozent.

Derweil behauptete sich der Index der Immobilienunternehmen als einziger knapp im Plus.

Alstom-Aktien sackten angesichts schwindender Chancen auf eine Fusion der Zugsparte mit der von Siemens um gut zwei Prozent ab. Das Bundeskartellamt bekräftigte seine erheblichen Bedenken gegen das Vorhaben in einem vertraulichen Schreiben an die EU-Wettbewerbsbehörde - Berichten zufolge teilt es die Brüsseler Vorbehalte. Die Siemens-Titel zeigten sich davon mit in etwa marktkonformen Verlust von knapp einem Prozent nur wenig beeindruckt.

Beim Pharmakonzern Astrazeneca geht derweil der Exodus bei den Führungskräften weiter: Mit Sean Bohen, zuständig für das Medizingeschäft, verlässt erneut ein Top-Manager das Unternehmen. Die Aktien verloren rund anderthalb Prozent

Ansonsten bewegten Studien die Analystenkurse. Ein gestrichenes Kaufvotum des Analysehauses Kepler Cheuvreux liess Schneider Electric um anderthalb Prozent sinken. Dessen Experte William Mackie verwies auf eine abnehmende Nachfrage beim Elektrotechnikkonzern und die allgemeinen Sorgen über einen Konjunkturabschwung. Für die Aktien der Bank HSBC ging es nach einer Verkaufsempfehlung der Deutschen Bank um 1,3 Prozent nach unten./gl/mis

(AWP)