Aktien Europa: EuroStoxx schraubt Jahreshoch mit wenig Schwung weiter nach oben

Mit zeitweise kleinen Gewinnen hat der EuroStoxx am Dienstag ein neues Hoch seit mehr als einem Jahr erreicht. Der Leitindex der Eurozone rückte am ersten Handelstag im Oktober mit in der Spitze 3588 Punkten an die Marke von 3600 Zählern heran, der er letztmals im Mai 2018 noch näher gekommen war. Allgemein fehlte es ihm aber am rechten Schwung, zuletzt stand er knapp mit 0,03 Prozent im Plus bei 3570,42 Punkten.
01.10.2019 11:34

Trotz des Oktober-Starts mit einem neuen Jahreshoch beim EuroStoxx wurde das Umfeld an den Europa-Börsen am Markt als insgesamt verhalten angesehen. Dabei schwappte laut dem Marktanalysten David Madden von CMC Markets ein leicht positives Stimmungsbild aus New York nach Europa über. Allerdings bremste eine schwache Industriestimmung in der Eurozone die Risikobereitschaft. Sie hatte sich im September spürbar verschlechtert.

Vor diesen Hintergründen zeigten sich die wichtigsten Länderindizes ähnlich zögerlich wie der EuroStoxx. Der französische Cac 40 zum Beispiel war zuletzt leicht mit 0,11 Prozent ins Minus gefallen auf 5671,49 Punkte. Der britische FTSE 100 zeigte sich mit 7403,26 Punkten ebenfalls geringfügig schwächer.

In der Sektorwertung gab es am Dienstag mehr Verlierer als Gewinner. Allgemein waren zyklische Branchen eher gefragt, da sie Händlern zufolge vom anhaltend schwachen Euro profitieren. Während die Sektorindizes der Automobil-, Banken- und Technologiebranche zwischen 0,3 und 0,9 Prozent stiegen, ging es allen voran für den als defensiver angesehenen Teilindex der Lebensmittelkonzerne um 0,9 Prozent bergab.

Aus dem Technologiesektor nahm ASML im EuroStoxx mit einem Anstieg um 1,7 Prozent die Spitze ein. Die Analysten der Schweizer Grossbank UBS sehen bei dem Ausrüster der Chip-Branche trotz starken Laufs in diesem Jahr mit einem neuen Ziel von 250 Euro weiteres Kurspotenzial. Nach einem Anstieg um fast 70 Prozent seit dem Jahreswechsel wird die Aktie derzeit knapp über 230 Euro gehandelt.

Auf der Verliererseite tauchten im EuroStoxx mit minus 1,2 Prozent die Lebensmittelaktien von Danone auf. Nestle folgten dem in Zürich mit einem Abschlag von 1,4 Prozent. Ebenfalls auf den Verliererlisten standen zahlreiche Luxusgüterwerte, darunter LVMH mit einem Abschlag von 0,9 Prozent. L'Oreal waren ferner im EuroStoxx mit 1,5 Prozent einer der schwächsten Werte.

Die Papiere der Credit Suisse schlugen sich in der Schweiz auf Vortagsniveau wacker. Personalwechsel in der Führungsebene als Folge der schiefgelaufenen Beschattung eines Bankers beunruhigten hier die Anleger nicht: Der Leiter des operativen Geschäfts, Pierre-Olivier Bouée, sowie Sicherheitschef Remo Boccali verlassen die Bank mit sofortiger Wirkung.

Weiterhin gerichtet bleiben die Augen der Anleger auf den in Zürich notierten Chipkonzern AMS und sein Gebot für den deutschen Osram-Konzern . Nach der erhöhten AMS-Offerte geben sich die mitbietenden Finanzinvestoren Advent und Bain laut einem Pressebericht geschlagen. In der Nacht zum Mittwoch endet nun die Frist zur Annahme der Übernahmeangebote. AMS-Aktien legten 3,5 Prozent zu.

In Kopenhagen fielen Vestas mit einem Anstieg um mehr als 2 Prozent auf. Händlern zufolge hilft hier ein neuer Grossauftrag aus den USA. Laut dem JPMorgan-Experten Akash Gupta kommt die Hälfte der grossen Neuaufträge neuerdings aus den Vereinigten Staaten. Dies untermauere die Marktführerschaft des Herstellers von Windkraftanlagen auf diesem wichtigen Markt./tih/stw

(AWP)

 
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EURO STOXX 503'159.64-0.64%
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