Aktien Europa: Kurscrash nach Brexit-Votum - Anleger flüchten in sichere Anlagen

PARIS/LONDON (awp international) - Das britische Votum für den EU-Ausstieg hat am Freitag einen Kurscrash an den weltweiten Finanzmärkten ausgelöst. Vor allem die europäischen Börsen gerieten unter die Räder - aber auch in Asien und insbesondere in Japan sackten die Aktiennotierungen ab. Am Nachmittag sind an der Wall Street ebenfalls tiefrote Kurstafeln zu erwarten.
24.06.2016 11:28

Das britische Pfund sauste nach unten und erreichte gegenüber dem US-Dollar zwischenzeitlich den tiefsten Stand seit 1985. Auch der Euro

Der EuroStoxx 50 konnte seine Anfangsverluste immerhin ein wenig eindämmen: Am späten Vormittag verlor der Leitindex der Eurozone noch 8,40 Prozent auf 2782,73 Punkte, womit er aber die Erholungsgewinne der vergangenen Handelstage komplett einbüsste. Für den Pariser CAC-40-Index ging es um 8,09 Prozent auf 4104,80 Punkte bergab.

Noch schlimmer erwischte es die nationalen Indizes in Mailand und Madrid, die um jeweils rund 10 Prozent absackten. In Spanien wird am Sonntag ein neues Parlament gewählt.

Der Londoner FTSE 100 hielt sich dagegen mit einem Minus von 4,63 Prozent auf 6044,45 Punkte vergleichsweise gut, obwohl der Brexit nach Einschätzung vieler Experten wie etwa KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner vor allem der britischen Wirtschaft schadet. Das Börsenbarometer profitierte allerdings auch von Kurssprüngen des auf das Goldschürfen in Afrika spezialisierten Bergbauunternehmens Randgold Resources und des ebenfalls auf Edelmetalle spezialisierten Konkurrenten Fresnillo .

Im europäischen Branchenvergleich kam der Finanzsektor am stärksten unter Druck: Im marktbreiten Stoxx Europe 600 sackte der Subindex für die Banken um gut 14 Prozent ab, und der Versicherer-Index verlor über 10 Prozent. Der Index der Finanzdienstleister, zu denen auch die Börsenbetreiber gehören, sank um rund 9 Prozent.

Gewinner gab es aus Branchensicht keine: Am besten hielt sich noch der Index der Pharmaunternehmen, der um knapp 3 Prozent nachgab - die Branche gilt als defensiv und spielt ihre Stärken vor allem in einem negativen Marktumfeld aus./gl/fbr

(AWP)