Aktien Europa: Neuer Atomtest Nordkoreas vergrault Anleger

Europas wichtigste Aktienmärkte sind angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Dass Nordkorea trotz internationaler Sanktionen am Wochenende seine bislang stärkste unterirdische Atombombe gezündet habe, verunsichere die Anleger weltweit, sagte ein Händler. Für zusätzliche Belastung sorge der Umstand, dass China offenbar weniger Einfluss auf Diktator Kim Jong Un habe als gedacht, sowie die Tatsache, dass US-Präsident Donald Trump nicht unbedingt an einer diplomatischen Lösung interessiert sei.
04.09.2017 11:10

Der EuroStoxx 50 fiel am Montagvormittag um 0,51 Prozent auf 3426,45 Punkte, nachdem er in der Vorwoche nur ein mageres Plus von 0,16 Prozent geschafft hatte. Der französische CAC-40 sank am Montag um 0,47 Prozent auf 5099,04 Zähler. Für den britischen FTSE 100 ging es um 0,15 Prozent auf 7427,70 Punkte nach unten.

Unter dem Eindruck der Nordkorea-Krise waren hingegen sichere Anlageformen wie Staatsanleihen, Gold und bestimmte Devisen gefragt. Neben dem Schweizer Franken zählt dazu der japanische Yen - ungeachtet der geographischen Nähe Japans zu Nordkorea - sowie der Eurokurs, der wieder über die Marke von 1,19 US-Dollar kletterte.

Aus Branchensicht gab es am Montag keine Gewinner. Bester Sektor in Europa waren Ölwerte mit einem Minus von 0,2 Prozent. Ganz unten im Branchentableau fanden sich hingegen Finanztitel, die um 0,9 Prozent absackten.

Zu den schwächsten Werten im EuroStoxx-50-Index gehörten die Aktien von Vivendi mit einem Kursabschlag von 0,9 Prozent. Am Freitag hatten die Papiere als EuroStoxx-Spitzenreiter noch um mehr als 5 Prozent an Wert zugelegt und waren auf den höchsten Stand seit Ende Juni gestiegen. Der Medienkonzern sieht sich dank einer Erholung im Geschäft mit dem Bezahlfernsehen auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Zuletzt sorgte auch das Musikgeschäft für Rückenwind.

Novartis-Papiere reagierten mit einem Verlust von 0,8 Prozent auf die Nachricht, dass der langjährige Chef des Schweizer Pharmakonzerns, Joseph Jimenez, zurücktritt. Sein Nachfolger ab 1. Februar 2018 werde Vasant Narasimhan, der aktuell als Global Head of Drug Development und Chief Medical Officer bei Novartis tätig sei, hiess es./edh/das

(AWP)