Aktien Europa Schluss: Anleger gönnen sich Auszeit nach Kursrally

Mögliche Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China und erneute Rekorde an der Wall Street haben die Anleger in Europa zum Wochenauftakt nicht aus der Reserve locken können. Der EuroStoxx 50 kratzte zwar in der ersten Handelsstunde an seinem jüngsten Hoch seit April 2015, dann blieben jedoch die Anschlusskäufe nach der mehrwöchigen Rally aus.
18.11.2019 18:17

Letztlich verlor der Leitindex der Eurozone 0,18 Prozent auf 3704,92 Punkte. Der französische Cac 40 , der in der Vorwoche das höchste Niveau seit 2007 erklommen hatte, schloss am Montag mit einem Minus von 0,16 Prozent bei 5929,79 Punkten. Der britische FTSE 100 stieg um 0,07 Prozent auf 7307,70 Zähler.

Die Verhandlungsführer von China und den USA - Pekings Vize-Ministerpräsident Liu He, Finanzminister Steven Mnuchin und der Handelsbeauftragte der Vereinigten Staaten, Robert Lighthizer - hätten am Samstag miteinander telefoniert, wie die die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Wochenende mitteilte. Dabei soll es um die Kernanliegen beider Seiten gegangen sein, die ein Teilabkommen im Handelsstreit anstreben.

Es sei zwar durchaus schwer, aus der Rhetorik um den Handelskonflikt die Fakten herauszufiltern, erklärte Mark Haefele, Chief Investment Officer der UBS. Es gebe aber deutliche Anzeichen, dass eine Einigung wahrscheinlicher werde. Insgesamt konstatierte der Experte für den weltweiten Aktienmarkt nun ein ausgeglicheneres Verhältnis zwischen Chancen und Risiken.

Aus Branchensicht standen am Montag vor allem Automobilwerte unter Verkaufsdruck. Auslöser dafür war ein vorsichtigerer Blick von Volkswagen auf die Geschäfte im kommenden Jahr. Umsatz und Gewinn werden weniger stark steigen als zunächst geplant, wie das Management um Konzernchef Herbert Diess und Finanzvorstand Frank Witter am Montag in einer Telefonkonferenz mit Analysten mitteilte.

Die VW-Vorzugsaktien verloren mehr als 4 Prozent. Die Papiere von Fiat Chrysler , Renault und PSA büssten zwischen 2,1 und 3,3 Prozent ein.

Aus Unternehmenssicht stand der Kampf um den spanischen Börsenbetreiber Bolsas y Mercados Espanoles (BME) , dessen Akten um 38 Prozent auf gut 35 Euro nach oben schossen, im Anlegerfokus. Kurz nach Bekanntwerden von Gesprächen zwischen der Euronext und BME warf der schweizerische Konkurrent Six seinen Hut in den Ring. Six bietet den Spaniern insgesamt 2,84 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag in Zürich mitteilte. Der gebotene Preis pro Aktie liegt damit bei 34 Euro. Euronext-Papiere stiegen um 0,9 Prozent./edh/he

(AWP)

 

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