Aktien Europa Schluss: EuroStoxx schwächelt am Ende einer starken Woche

Der starke Euro hat den EuroStoxx 50 am Freitag nach seiner jüngsten Erholung nur etwas belastet. Am Ende stand ein Verlust von lediglich 0,05 Prozent auf 3525,94 Punkte zu Buche. Damit bewegt sich der Leitindex der Eurozone weiter auf dem höchsten Niveau seit gut zwei Wochen. Dank der Rally am Mittwoch fuhr das Börsenbarometer auf Wochensicht ein Plus von 1,79 Prozent ein. Die Aussicht auf eine behutsame Geldpolitik in den USA hatte die Märkte angetrieben.
14.07.2017 18:30

In Paris schloss der Leitindex CAC-40 am französischen Nationalfeiertag prozentual unverändert bei 5235,31 Punkten. Der Londoner FTSE 100 aber fiel um 0,47 Prozent auf 7378,39 Punkte, nachdem auch das britische Pfund im Vergleich zum US-Dollar zugelegt hatte. Anleger beobachteten dies mit Sorge, da eine starke Heimatwährung Exporte verteuern kann.

Grund für die Kursanstiege bei Euro und Pfund waren durchwachsene Konjunkturdaten aus den USA. So dürfte die zuletzt vergleichsweise schwache Inflation dafür sorgen, dass die US-Notenbank bei ihren Leitzinserhöhungen in den kommenden Monaten keine Eile an den Tag legen wird. Dies sorgte für Druck beim Dollar, während der Eurokurs und das britischen Pfund im Gegenzug zulegen konnten.

In der europaweiten Branchenbetrachtung gab es Verluste unter anderem im Bausektor, dessen Teilindex 0,42 Prozent einbüsste. Für Verstimmung sorgte dort vor allem der schwedische Skanska-Konzern , dessen Papiere um mehr als 6 Prozent abrutschten. Zuvor hatte das Unternehmen Abschreibungen auf Projekte in den USA und Grossbritannien mit entsprechenden Gewinnbelastungen angekündigt.

Besser erging es in Schweden aber den Aktien der SEB-Bank , die nach der Bekanntgabe von Geschäftszahlen um rund 1 Prozent stiegen. Die Anteilsscheine stachen damit etwas aus dem europaweit eher schwachen Branchenumfeld hervor. Für trübe Stimmung hatten enttäuschend aufgenommen Quartalszahlen grosser US-Banken gesorgt, die unter Einbussen im lukrativen Handel mit Wertpapieren, Rohstoffen und Devisen litten. So verloren diesseits des Atlantiks die Papiere von BNP Paribas , Banco Santander und Societe Generale jeweils rund 1 Prozent.

Rohstoffwerte hingegen hatten die Nase recht weit vorn und gewannen 1,40 Prozent. So stiegen die Papiere von Anglo American an der Spitze des "Footsie" um mehr 2 Prozent. Den Unternehmen kam der schwache Dollar zu Gute: Weil die meisten Rohstoffe in der US-amerikanischen Währung notiert sind, setzten Anleger auf eine anziehende Nachfrage./la/mis

(AWP)