Aktien Europa Schluss: Fed-Sitzung hält Anleger in Schach

Vor den mit Spannung erwarteten Aussagen der US-Notenbank Fed zur Wochenmitte haben die europäischen Aktienmärkte am Dienstag keine grossen Sprünge gewagt. Der EuroStoxx 50 schloss 0,13 Prozent höher auf 3531,18 Punkte, nachdem er zum Wochenbeginn noch auf den höchsten Stand seit Mitte Juli gestiegen war.
19.09.2017 18:26

Die Fed könnte eine weitere Straffung der Geldpolitik in Aussicht stellen. Allgemein wird damit gerechnet, dass die Währungshüter den Startschuss zum Abbau der Notenbankbilanz geben werden. Zudem könnte die US-Notenbank signalisieren, ob und wann sie die Leitzinsen ein weiteres Mal erhöht. "Händler preisen eine Zinserhöhung im Dezember mit einer Wahrscheinlichkeit von 58 Prozent ein", schrieb der Analyst David Madden von CMC Markets in einem Marktkommentar. Höhere Zinsen verringern in der Regel die Attraktivität von Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren.

Der französische CAC-40-Index gewann 0,16 Prozent auf 5237,44 Punkte hinzu. Der britische FTSE 100 legte derweil um 0,30 Prozent auf 7275,25 Zähler ein wenig stärker zu.

Mit Blick auf die Branchen verzeichneten die Öl- und Gasproduzenten das grösste Plus mit 0,62 Prozent. Anbieter von Nahrungsmitteln und Getränken verbuchten mit einem Minus von 0,67 Prozent die grössten Verluste.

Telekomdienstleister waren mit plus 0,53 Prozent der zweitgrösste Gewinner unter den Branchen. Der Branchenindex wurde am Nachmittag nach oben getrieben von Medienberichten über Verhandlungen zwischen T-Mobile US und Sprint über ein Zusammengehen der beiden Akteure auf dem US-Markt.

Der belgische Chemiekonzern Solvay will sein globales Polyamid-Geschäft an den deutschen Wettbewerber BASF verkaufen. Ohne Berücksichtigung von Barmitteln und Fremdkapital liegt der Kaufpreis bei 1,6 Milliarden Euro. Die Anleger reagierten verschnupft auf die Konditionen des Deals, die Papiere von Solvay gaben um 1,36 Prozent nach.

In London verteuerten sich die Papiere von AstraZeneca um 1,36 Prozent auf 4774 Pence, nachdem die Berenberg Bank das Kursziel für den Pharmariesen von 5500 auf 5800 Pence erhöht und erneut zum Kauf der Aktie geraten hatte. Das Krebsmedikament Tagrisso habe hohes Umsatzpotenzial, hiess es von der Investmentbank zur Begründung.

In Stockholm büssten die Anteilsscheine von Haldex 1,65 Prozent ein. Nach einem einjährigen Tauziehen gibt der Bremsenhersteller Knorr-Bremse seine Übernahmepläne für den schwedischen Wettbewerber auf. Haldex verweigere die erforderliche Zusammenarbeit im Kartellfreigabeverfahren, begründete Knorr-Bremse den Schritt. Das Angebot könne deshalb nicht innerhalb der Annahmefrist abgeschlossen werden. Die Frist wäre in einer Woche abgelaufen./bek/tos

(AWP)