Aktien Europa Schluss: Nachlassende Brexit-Angst macht Anleger mutiger

PARIS/LONDON (awp international) - Die abebbende Furcht vor einem Brexit hat dem europäischen Aktienmarkt am Montag Rückenwind verliehen. Nachdem sich die Lage bereits vor dem Wochenende merklich entspannt hatte, griffen die Anleger zum Wochenauftakt weiter zu. Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Plus von 3,29 Prozent bei 2942,88 Punkten. In der vergangenen Woche hatte der Leitindex der Eurozone trotz einer Erholung am Freitag mehr als 2 Prozent eingebüsst.
20.06.2016 18:29

Der Londoner FTSE-100-Index gewann am Montag 3,04 Prozent auf 6204,00 Punkte und der Cac 40 in Paris rückte um 3,50 Prozent auf 4340,76 Zähler vor.

Zu dem Stimmungsumschwung in Grossbritannien trug nach Einschätzung von Beobachtern die Ermordung der Labour-Abgeordneten Jo Cox bei. Umfragen sprechen von Zugewinnen des Pro-EU-Lagers. Allerdings sieht es nach wie vor nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus. Ein Börsianer warnte vor zu viel Optimismus. "Bis zum bevorstehenden Referendum in Grossbritannien am Donnerstag dürften die Märkte weiter stark schwanken", sagte er.

Mit Blick auf das Branchentableau gab es keine Verlierer. Unter den Favoriten waren die zuletzt gebeutelten Indizes der Finanzdienstleister sowie der Banken mit Gewinnen von 5,21 Prozent beziehungsweise 4,51 Prozent. Neben den gemilderten Brexit-Ängsten lieferte eine Beruhigung am Anleihemarkt Rückenwind. Bereits am Ende der vergangenen Woche hatten Bankenaktien die Markterholung mit angeführt.

Grösster Gewinner im EuroStoxx 50 waren am Montag denn auch die Papiere der Deutschen Bank mit einem Plus von fast 6 Prozent. Die Anteilsscheine der französischen BNP Paribas verteuerten sich um knapp 5 Prozent und die Aktien der spanischen Santander stiegen um rund 4 Prozent.

An der Londoner Börse überstrahlten ebenfalls die Kursgewinne im Banken- und Finanzsektor die übrigen Branchen. Den "Footsie" führten die Aktien des Finanzdienstleisters Hargreaves Lansdown mit einem Plus von fast 8 Prozent an. Dahinter folgten die Papiere der Lloyds Banking Group sowie der Royal Bank of Scotland (RBS) mit ebenfalls kräftigen Aufschlägen./mis/jha/

(AWP)