Aktien Europa Schluss: Zinsängste und Italien-Lage verunsichern Anleger

Die wichtigsten Aktienmärkte Europas sind mit moderaten Verlusten ins Wochenende gegangen. Die Angst vor weiteren US-Zinssenkungen, die politische Situation in Italien sowie einige negative Unternehmensnachrichten haben den Anlegern die Laune verdorben, sagte Analyst David Madden von CMC Markets.
09.11.2018 18:19

Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Minus von 0,25 Prozent bei 3229,49 Punkten. Daraus resultierte auf Wochensicht ein Gewinn von rund einem halben Prozent. In Paris fiel der Cac-40-Index am Freitag um 0,48 Prozent auf 5106,75 Punkte. In London gab der FTSE 100 um 0,49 Prozent auf 7105,34 Zähler nach.

Aus Branchensicht zählten die Papiere des Rohstoffsektors zu den grössten Tagesverlierern. So verloren Rio Tinto und Glencore zwischen 3,2 und 4,5 Prozent. Sie litten unter fallenden Preisen wichtiger Rohstoffe wie Öl, Kupfer, Nickel und Aluminium, belastet wiederum von Sorgen um die Wirtschaft in China als grösstem Rohstoffimporteur der Welt.

Der schweizerischen Grossbank UBS droht in Frankreich eine Milliardenstrafe. Im Prozess gegen die Schweizer Grossbank hat die französische Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 3,7 Milliarden Euro gefordert. UBS steht in Frankreich wegen Geschäften mit Steuerhinterziehern vor Gericht. Die Papiere büssten rund 2,7 Prozent ein und gehörten damit zu den schwächsten Werten im Stoxx-50-Index.

Noch schlimmer erwischte es die Papiere der spanischen Bank BBVA , die am EuroStoxx-Ende um fast 6 Prozent absackten. Der BBVA drohen in Mexiko politische Eingriffe ins Bankengeschäft. Die neue Regierung unter Präsident Andres Manuel Lopez Obrador plant eine Abschaffung von Gebühren für das Geldabheben am Automaten und das Ausdrucken von Kontoauszügen. Die BBVA erlöste 2017 gut ein Drittel des operativen Gewinns in Mexiko.

Der Aktienkurs von Telecom Italia büsste 4,8 Prozent an Wert ein. Wegen der Auswirkungen des harten Wettbewerbs in Italien hat der italienische Telekomriese auf das Heimatgeschäft 2 Milliarden Euro abgeschrieben. Zudem verabschiedete er sich von der Zielsetzung für den Schuldenabbau. Die Analysten der Credit Suisse sprachen von einem "Preiskrieg" im Mobilfunkgeschäft.

Eine enttäuschende Profitabilität des Schweizer Luxusuhrenherstellers Richemont belastete gleich die gesamte europäische Luxusgüterbranche. Richemont deutete an, dass der Boom auf dem wichtigen Absatzmarkt China vorbei sein könnte. Richemont-Aktien fielen um 6,4 Prozent und zogen auch Swatch-Papiere um über 5 Prozent mit nach unten. Zudem gerieten die Papiere der Luxuskonzerne LVMH und Kering unter Druck. Sie verloren 1,9 beziehungsweise 3,5 Prozent./edh/tos

(AWP)