Aktien Europa: Stabilisierung nach dem Ölpreisschock

Nach dem Ölpreisschock zu Wochenbeginn sind die europäischen Börsen am Dienstag wieder in ruhigere Bahnen eingekehrt. Der EuroStoxx schaffte es am Vormittag knapp mit 0,03 Prozent ins Plus auf 3519,39 Punkte. Er stabilisierte sich so nach einem fast 0,9-prozentigen Kursrutsch am Vortag, mit dem er von seinem zuvor erreichten Hoch seit Ende Juli zurückgekommen war.
17.09.2019 11:17

Auf einen stabilisierten Kurs begaben sich auch die wichtigsten Länderindizes, wie der französische Cac 40 mit einem dünnen Plus von 0,06 Prozent auf 5605,57 Punkte zeigte. In London ging es für den FTSE 100 um 0,09 Prozent auf 7327,79 Zähler bergauf. Beim Brexit zeichnet sich weiter kein Durchbruch ab. Die Gespräche des britischen Premierministers Boris Johnson am Montag in Luxemburg brachten keine Fortschritte.

Am Ölmarkt ruderte der Preis nach seinem Vortagseinbruch wegen eines Angriffs auf eine bedeutende saudi-arabische Raffinerie etwas zurück. Ungeachtet dessen ging es für die Branchenaktien weiter hoch wegen optimistischer Analystenkommentare. Als Treiber galt, dass Analyst Christyan Malek von JPMorgan dem Sektor nun mit "Overweight" eine insgesamt positive Empfehlung ausspricht. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Oil & Gas war mit einem Anstieg um ein Prozent wie schon am Vortag in der Sektorwertung vorne zu finden.

Mit Blick auf die Einzelwerte gehörten Shell und BP mit Anstiegen von bis zu 1,5 Prozent im Londoner FTSE 100 zu den Gewinnern. Gleiches galt für Total im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx mit einem Anstieg um 2 Prozent, während Eni dort mit einem Plus von 0,4 Prozent hinterher hinkten. Shell bleibt der "Top Pick" von Malek, während Total nun positiver eingeschätzt wird. Einzig für Eni gibt sich der Experte pessimistisch, die Italiener nahm er mit "Underweight" in die Bewertung auf.

Eine Kaufempfehlung der UBS konnte bei der Supermarktkette Sainsbury nur anfangs für Rückenwind sorgen, die Aktie tauchte zuletzt mit einem Prozent ins Minus ab. Umgekehrt drehte das Ocado-Papier in London nach schwachem Start mit 1,5 Prozent ins Plus. Der Zwischenbericht des Online-Lebensmittelhändlers, der mittlerweile mit dem Sainsbury-Konkurrenten Marks & Spencer zusammenarbeitet, traf am Markt auf insgesamt zufriedenes Feedback.

Im Gegensatz zum Ölsektor zeigten europaweit die in September bislang stark gelaufenen Minen-, Banken- und Autosektoren wie schon am Vortag Schwäche. Im Bankensektor , dessen Teilindex 1,5 Prozent verlor, blickt man nun abwartend auf den am Mittwoch erwarteten Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Der Branchenindex der Autowerte sank um 1,3 Prozent, jene der Rohstoffkonzerne sogar um 1,9 Prozent./tih/men

(AWP)