Aktien New York: Anleger halten sich vor Trump-Rede zurück

Vor der in wenigen Stunden beginnenden Rede des US-Präsidenten Donald Trump haben die Anleger am Dienstag das Risiko gescheut. Marktbeobachter sind sich einig, dass Trump nun präzisere Aussagen zu seinen bereits vor Wochen angekündigten Steuererleichterungen und Investitionen machen muss, damit die Aktienmärkte ihre Rally fortsetzen können. Trump hält seine erste Rede vor dem Kongress am Dienstagabend (Ortszeit) und somit erst nach dem Börsenschluss in New York.
28.02.2017 20:20

Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets sieht die Gefahr, dass die Kurse zumindest temporär einbrechen könnten, wenn Trump in seiner Rede die hohen Erwartungen nicht erfülle. Der Leitindex Dow Jones Industrial sank zuletzt um 0,10 Prozent auf 20 816,97 Punkte, nachdem er am Vortag bis auf ein Rekordhoch von 20 851 Punkten geklettert war.

Hinter dem Dow liege allerdings die längste Gewinnsträhne seit 30 Jahren, erinnerte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda - für den Februar steuert das Börsenbarometer deshalb auf ein sattes Plus von fast 5 Prozent zu. Der breiter gefasste S&P 500 gab zuletzt um 0,28 Prozent nach auf 2363,01 Punkte. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 verlor 0,38 Prozent auf 5327,43 Zähler.

Erfreulich ausgefallene US-Konjunkturdaten prallten an den New Yorker Aktienindizes am Dienstag ab. Die Anleger konzentrieren sich einzig auf Trump. Die Verbraucherstimmung in den USA hatte sich im Februar überraschend deutlich aufgehellt. Auch der Geschäftsklima-Index für die Region Chicago war stärker gestiegen als erwartet und auf den höchsten Stand seit Januar 2015 geklettert. Vom US-Häusermarkt kamen ebenfalls positive Signale.

Bei den Einzelwerten rauschten die Papiere von Target mit einem Minus von mehr als 12 Prozent in den Keller. Der Einzelhändler hatte mit seinen jüngsten Geschäftszahlen und dem Ausblick enttäuscht. Weil im Einzelhandel das Online-Geschäft generell boomt, kommen immer weniger Kunden in die Filialen von Target. Im Dow waren die Titel von Walmart mit minus 1,37 Prozent das Schlusslicht.

Auch die Aktionäre des Pharmakonzerns Valeant hatten nichts zu lachen. Ein enttäuschender Gewinnausblick sorgte für Kursverluste von zuletzt sogar mehr als 11 Prozent. Der Konzern sitzt auf einem hohen Schuldenberg und versucht, diesen mithilfe von Teilverkäufen abzuschmelzen. Nach Fehlern bei der Rechnungslegung, mehreren Wechseln im Management und enttäuschenden Geschäftszahlen hatte die Aktie im vergangenen Jahr 80 Prozent an Wert verloren.

Die Anleger von Priceline freuten sich indes über besser als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen des Betreibers von Online-Reiseportalen. Die Anteile legten mehr als 6 Prozent zu./ajx/zb

(AWP)