Aktien New York: Anleger zögern - Handelsstreit wieder im Fokus

Nach einer soliden Vorwoche gehen es die Anleger an den US-Börsen am Montag zögerlicher an. Zurückhaltung wegen des weiter schwelenden Handelsstreits zwischen den USA und China sorgte dafür, dass die US-Börsen überwiegend schwächer tendierten. Einzig der Leitindex Dow Jones Industrial konnte sich auf seinem Niveau vom Freitag behaupten. Zuletzt stand er so gut wie unverändert bei 26 156,71 Punkten.
17.09.2018 16:48

Weitere New Yorker Indizes standen jedoch in der Verlustzone. Der marktbreite S&P 500 sank am Montag um 0,21 Prozent auf 2898,76 Punkte. Besonders deutlich um 0,85 Prozent bergab ging es aber für den technologielastigen Nasdaq 100 mit zuletzt 7481,37 Zählern.

"Eine rasche Einigung scheint wenig wahrscheinlich", kommentierte die Postbank die aktuelle Entwicklung der amerikanisch-chinesischen Beziehungen, die zuvor schon in China auf den Kursen lastete. Laut Medienberichten will US-Präsident Donald Trump den Handelskonflikt auf eine neue Eskalationsstufe treiben. Die Rede ist davon, dass Importe im Wert von weiteren 200 Milliarden Dollar mit Sonderzöllen von zehn Prozent belegt werden sollen.

Nicht gerade positiv stimmt die Anleger auch, dass sich die Stimmung in der Industrie im US-Bundesstaat New York im September eingetrübt hat. Der Empire-State-Index fiel von 25,6 Punkten im Vormonat auf 19,0 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit April.

Auf Unternehmensseite war die Nachrichtenlage zu Wochenbeginn dünn. Quartalszahlen vom Netzwerkausrüster Oracle und dem Logistikkonzern FedEx werden erst nach Börsenschluss erwartet. Allgemein von Anlegern abgestossen wurden konsumabhängige Aktien, deren Sektor in der Branchenwertung um 0,8 Prozent fiel. Allen voran ging es an der Nasdaq und im Dow für die Aktien von Amazon und McDonalds um 2,5 respektive 1,7 Prozent bergab.

Schwäche zeigten ausserdem die Aktien von Tesla mit Abgaben von 1,5 Prozent. Der lange ersehnte Produktionsschub beim neuen Elektroauto Model 3 stellt den Elektroautobauer nun vor das nächste Problem: Die Firma von Elon Musk kommt mit der Übergabe der gebauten Fahrzeuge nicht mehr hinterher. Für Gesprächsstoff sorgte es ausserdem, dass ein an Tesla beteiligter Staatsfonds aus Saudi-Arabien nun auch beim Konkurrenten Lucid Motors einsteigen will.

Unter den Nebenwerten waren die Teva-Aktien eine positive Ausnahme. Sie rückten um mehr als 4 Prozent vor, nachdem der krisengeschüttelte Generikaanbieter den Markt mit einer erlangten US-Zulassung für sein Migränemittel Ajovy überraschte. Analysten zufolge sorgt die Nachricht für grosse Erleichterung unter den Anlegern./tih/tos

(AWP)