Aktien New York Ausblick: Anleger vorsichtig wegen Zins- und Brexitrisiken

NEW YORK (awp international) - Die Unsicherheiten vor der Leitzinsentscheidung der Fed und vor der Volksabstimmung in Grossbritannien über den Verleib in der EU dürften am Dienstag die Stimmung an den US-Börsen weiter belasten. Hinzu kommen die erneut rückläufigen Ölpreise, die als Indikator für den Zustand der Weltwirtschaft gelten. Die im Mai leicht gestiegenen Einzelhandelsumsätze entsprachen weitgehend den Erwartungen.
14.06.2016 14:51

Rund eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial 0,25 Prozent tiefer bei 17 688 Punkten. Damit deutet sich für den US-Leitindex der vierte Verlusttag in Folge an. "Die Brexit-Ängste sind das Öl im Feuer der risikoaversen Investoren", sagte Jasper Lawler von CMC Markets. Am Mittwoch steht allerdings zunächst die Sitzung der US-Notenbank Fed im Fokus. Nach zuletzt überraschend schwachen Daten vom US-Arbeitsmarkt und der Unsicherheit über den Ausgang des britischen Referendums rechnet allerdings so gut wie kein Experte mit einer Zinserhöhung.

Unternehmensnachrichten waren dünn gesät. Nachdem Microsoft am Vortag den Markt mit der Ankündigung der Übernahme von LinkedIn überrascht hatte, dürften nun die Analystenkommentare dazu in den Fokus rücken. Auf lange Sicht sei der Schritt des Software-Konzerns positiv, urteilten etwa die Analysten von Bernstein und Goldman Sachs verwies auf mögliche Umsatzsynergien. Das Analysehaus Jefferies dagegen ist skeptisch. Die Übernahme des Online-Karrierenetzwerks komme Microsoft deutlich teurer zu stehen als vorangegangene Zukäufe und sei mit entsprechend höheren Risiken verbunden.

Derweil bestätigte die Ratingagentur S&P ihre positive Kreditwürdigkeitseinstufung für Microsoft, während Moody's noch prüft. Die Aktie, die am Vortag 2,6 Prozent eingebüsst hatte, zeigte sich vorbörslich marktkonform.

In den Blick könnte zudem ein Spartenverkauf rücken: Der an der Nasdaq notierte niederländische Chiphersteller NXP will sein Geschäft mit Basis-Halbleitern an ein chinesisches Konsortium für rund 2,75 Milliarden US-Dollar (2,4 Mrd Euro) verkaufen. Im ersten Quartal soll der Verkauf des künftig unter Nexperia firmierenden Geschäfts an die Finanzinvestoren Beijing Jianguang Asset Management und Wise Road Capital abgeschlossen sein. Die Papiere gewannen vorbörslich 1,8 Prozent.

Um 1,9 Prozent ging es vor dem Handelsstart für die Titel von Alibaba nach oben. Der chinesische Online-Händler rechnet für das Ende März 2017 abgeschlossene Geschäftsjahr mit einem Umsatzanstieg von mindestens 48 Prozent./ck/das

(AWP)