Aktien New York Ausblick: Freundlicher Wochenauftakt - Auftragsschub von Saudis

Angesichts abebbender politischer Turbulenzen in den USA dürfte die Wall Street ihre leichte Erholungstendenz vom Freitag zu Wochenbeginn fortsetzen. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn 0,15 Prozent höher bei 20 837 Punkten. Am Freitag hatte der Leitindex um rund 0,7 Prozent zugelegt.
22.05.2017 14:55

Aktien ausgewählter Unternehmen aus dem Ölsektor und vor allem aus der Rüstungsbranche sollten überproportional steigen. Grund dafür sind die während des Staatsbesuchs von US-Präsident Donald Trump in Saudi-Arabien vereinbarten Waffengeschäfte im Volumen von rund 110 Milliarden US-Dollar. Laut Regierungssprecher Sean Spicer ist dies der grösste einzelne Rüstungsdeal in der US-Geschichte. Über einen Zeitraum von zehn Jahren soll Saudi-Arabien sogar Waffen im Wert von etwa 350 Milliarden Dollar aus den USA kaufen.

Den Angaben zufolge hat sich allein der Rüstungskonzern Lockheed Martin Bestellungen über rund 28 Milliarden Dollar gesichert. Auf den Industriekonzern General Electric (GE) sollen rund 15 Milliarden Dollar entfallen. Bedeutende Auftragseingänge sollen zudem die Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen Boeing sowie Raytheon erhalten haben. Lockheed-Titel kletterten im vorbörslichen Handel um gut 3 Prozent nach oben. GE gewannen 1,1 Prozent, Boeing 2,1 Prozent und Raytheon 2,9 Prozent.

Ferner zogen die Papiere von Ölförderern und -dienstleistern aufgrund erheblicher Auftragszusagen des staatlichen Ölgiganten Saudi Aramco vorbörslich deutlich an. So stiegen Exxon Mobil zuletzt um 0,8 Prozent und Schlumberger um 1 Prozent.

Ansonsten dürften unter den Einzelwerten die Anteilsscheine von Huntsman mit einem vorbörslichen Plus von 6,7 Prozent im Anlegerfokus stehen. Der texanische Chemiekonzern will mit dem Schweizer Konkurrenten Clariant zusammengehen. Der Wert des neuen Unternehmens HuntsmanClariant liege bei rund 20 Milliarden US-Dollar, der Umsatz belaufe sich auf gut 13 Milliarden Dollar, teilten die Firmen am Montag mit. Angestrebt wird eine "Fusion unter Gleichen", die in Form eines Aktientauschs realisiert werden soll.

Ford-Aktien verteuerten sich vorbörslich um 1,8 Prozent. Bei dem unter Druck stehenden US-Autobauer wird Vorstandschef Mark Fields durch Jim Hackett ersetzt. Hackett ist bislang im Unternehmen für selbstfahrende Autos zuständig. Zudem soll es laut US-Medien einen signifikanten Umbau des Ford-Managements geben.

Amgen-Titel sackten vorbörslich um 2,6 Prozent ab. Der weltgrösste Biotech-Konzern muss auf die US-Zulassung für sein neues Osteoporose-Mittel warten. Es seien bei einer Studie mit Evenity (Romosozumab) Herz-Kreislauf-Probleme aufgetreten, die nun genauer untersucht werden müssten, teilten Amgen und sein belgischer Partner UCB am Montag mit. Deshalb werde in diesem Jahr nicht mehr mit einer US-Zulassung gerechnet. In Europa werde der Zulassungsprozess derweil wie geplant anlaufen./edh/fbr

(AWP)