Aktien New York Ausblick: Konjunkturprobleme überlagern Zinshoffnung

NEW YORK (awp international) - Die Anleger an den US-Aktienmärkten dürften am Freitag zur Eröffnung vornehme Zurückhaltung üben. Nach den jüngsten US-Wirtschaftsdaten machen sich Händlern zufolge Konjunktursorgen breit. Negative Impulse dürfte zudem der weitere Verfall der Ölpreise geben.
16.09.2016 14:55

Eine Dreiviertelstunde vor Börsenstart taxierte das Handelshaus IG den Dow Jones Industrial 0,39 Prozent tiefer bei 18 141 Punkten. Am Donnerstag hatte der US-Leitindex wegen der neu entfachten Hoffnungen auf eine Verschiebung der nächsten Zinserhöhung in den USA um 1 Prozent zugelegt.

Im Hinblick auf die Sitzung der US-Notenbank kommende Woche sei mit keinen grösseren Sprüngen zu rechnen, sagte ein Börsianer. Nach den enttäuschenden Konjunkturdaten am Donnerstag hätten sich die Aussichten auf zunächst weiter stabile Zinsen verbessert. Dies sei aber ein zweischneidiges Schwert, denn die wirtschaftliche Verfassung der USA scheine doch schlechter als bislang erwartet zu sein. Dies wiederum nähre Zweifel an der Gewinnsituation der Unternehmen, hiess es weiter.

Eine weitere Belastung kam vom Ölmarkt: Die Preise setzten ihren Abwärtstrend der vergangenen Handelstage am Freitag fort. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Oktober fiel um 55 Cent auf 43,36 Dollar. Zum Wochenschluss hätten Sorgen vor einem weiterhin zu hohen Angebot auf dem Ölmarkt überwogen, erklärten Händler die fallenden Preise. Zuletzt hatten die wichtigen Förderländer Libyen und Nigeria eine Ausweitung der Ölexporte angekündigt. Fallende Ölpreise gelten als schlechtes Omen für die Konjunktur.

Aus Konjunktursicht wurde bereits vor Handelsbeginn mitgeteilt, dass die US-Inflation im August überraschend deutlich angezogen hatte. Wie das Arbeitsministerium mitteilte, lagen die Verbraucherpreise 1,1 Prozent höher als vor einem Jahr. Im Vormonat hatte die Inflationsrate 0,8 Prozent betragen. Bankvolkswirte hatten einen Anstieg auf 1,0 Prozent erwartet. Zudem steht im frühen Handel die Bekanntgabe des von der Universität Michigan ermittelten Verbrauchervertrauens für September auf der Agenda.

Unter den Einzelwerten dürften die Aktien von Oracle das Augenmerk auf sich ziehen. Der Softwarekonzern steigerte im vergangenen Quartal den Konzernumsatz um 2 Prozent und den Gewinn um 5 Prozent. Analysten hatten jedoch bessere Zahlen erwartet. Die Aktien sackten vorbörslich um 2,47 Prozent ab.

Die Papiere der Citigroup fielen im vorbörslichen Handel um gut 1 Prozent. Zuvor hatten die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs die Titel der US-Grossbank von "Buy" auf "Neutral" abgestuft./edh/das

(AWP)