Aktien New York Ausblick: Neue Rekorde in Sicht dank Hoffnung auf Zinserhöhung

Die Hoffnung auf bald steigende US-Zinsen dürfte der Wall Street am Mittwoch neue Rekorde bescheren. Donald Trumps mit Spannung erwartete Rede vor dem US-Kongress bot den Zuhörern zwar wenig Neues zu seinen Steuer- und Investitionsplänen. Gleichwohl hoffen die Anleger weiter auf positive Impulse durch die Politik des neuen amerikanischen Präsidenten. Auch in Asien und insbesondere in Europa zeigten sich die Anleger optimistisch.
01.03.2017 14:50

Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial eine dreiviertel Stunde vor Handelsbeginn 0,78 Prozent höher bei 20 974 Punkten. Damit würde der New Yorker Leitindex seinen gestrigen Schwächeanfall schnell vergessen machen und erstmals über 20 900 Punkte klettern - davor hatte er zwölf Tage in Folge mit Gewinnen geschlossen.

William Dudley, der einflussreiche Präsident der regionalen Notenbank von New York, sagte in einer Rede vor US-Präsident Trumps Kongress-Auftritt, dass eine Zinserhöhung zunehmend zwingender werde. Ähnlich äusserte sich sein Kollege John Williams von der Notenbank in San Francisco: Ihm zufolge könnte eine Zinsanhebung im März beim nächsten Treffen der US-Notenbank Fed ernsthaft erwogen werden. Viele Investoren registrierten zudem mit Erleichterung Trumps versöhnlichen Ton bei seiner ersten Rede vor dem Kongress.

Einige Unternehmensnachrichten sorgten schon vorbörslich für Kursausschläge. Die Aktien des Softwarekonzerns Salesforce verloren knapp 2 Prozent. Der SAP-Rivale rechnet zwar dank einer hohen Nachfrage nach Softwarelösungen im Internet - sogenannter Cloud-Software - mit einem anhaltend starken Wachstum. Das angehobene Umsatzziel für das laufende Geschäftsjahr blieb aber hinter den Analystenerwartungen zurück.

Beim Elektronikkonzern Best Buy sorgte ein enttäuschender Ausblick für einen Kursrückgang um über 4 Prozent. Der angepeilte Gewinn je Aktie für das erste Geschäftsquartal blieb deutlich hinter der Konsensschätzung zurück.

Dagegen liess die Hoffnung auf einen Schnäppchen-Zukauf die Aktien des Halbleiterherstellers Micron und des Festplatten- und Datenspeicherherstellers Western Digital um knapp 3 beziehungsweise gut anderthalb Prozent steigen. Die beiden Unternehmen gehören ebenso wie der südkoreanische Konkurrent Hynix und der asiatische Auftragsfertiger Foxconn zu den Interessenten für die zum Verkauf stehende Speicherchip-Sparte des angeschlagenen japanischen Elektrokonzerns Toshiba .

In den an interessierte Investoren versandten Angebotsunterlagen wird der Wert der Sparte auf 1,5 Billionen Yen (rund 12,6 Mrd Euro) taxiert, heisst es bei der Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zuvor war in einigen Berichten ein möglicher Kaufpreis für die gesamte Sparte von 2 bis 2,5 Billionen Yen genannt worden.

Ein negativer Analystenkommentar drückte die Anteilsscheine von Intel vor dem Handelsstart mit knapp einem Prozent ins Minus auf 35,85 US-Dollar. Der Chiphersteller stehe vor Jahren einschneidender Veränderungen, schrieb Stacy Rasgon vom US-Analysehaus Bernstein Research. Daher senkte er sein Kursziel für die Aktie von 36 auf 30 US-Dollar und rechnet nun mit einer unterdurchschnittlichen Kursentwicklung.

Derweil machte der deutsche Autobauer Volkswagen den seit Monaten geplanten Einstieg beim US-Lkw-Bauer Navistar perfekt. Der Konzern habe für den Deal nun grünes Licht von den Behörden erhalten, sagte VW-Truckspartenchef Andreas Renschler. Die Navistar-Aktien zeigten sich davon vorbörslich unbewegt./gl/fbr

(AWP)