Aktien New York Ausblick: Neuer Optimismus im Handelsstreit sorgt für Erholung

Nach verunsichernden Aussagen von Donald Trump am Vortag sehen die Anleger am Donnerstag wieder Grund zu Optimismus im Handelskonflikt zwischen den USA und China. An der Wall Street winkt eine Erholung - der Broker IG sieht den Dow Jones Industrial rund eine Stunde vor Handelsstart knapp ein halbes Prozent höher bei 27 632 Punkten.
04.12.2019 14:24

Von seinem Rekordhoch bei 28 174 Punkten aus der Vorwoche war der US-Leitindex zuletzt um bis zu 3 Prozent abgesackt, auch wenn er sich am Vortagestief von 27 325 Punkten nicht lange aufhielt. Letztlich schloss er wieder knapp über 27 500 Punkten.

Für eine weitere Erholung könnten nun Signale sorgen, dass die Gespräche mit China trotz der zugespitzten politischen Krise konstruktiv weiterzulaufen scheinen. Die beiden Grossmächte kämen in ihren Gesprächen voran, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Die Bemerkungen von US-Präsident Trump vom Dienstag, wonach sich eine Einigung noch hinziehen könnte, seien nicht so zu verstehen, dass die Gespräche feststeckten, hiess es.

Politisch gossen die USA sogar weiteres Öl ins Feuer: Nachdem Trump erst vor wenigen Tagen die sogenannten Hongkong-Gesetze zur Unterstützung der Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone unterzeichnet hatte, beschloss das US-Repräsentantenhaus nun ein Gesetz zur Unterstützung der Menschenrechtslage der Uiguren im Nordwesten Chinas. China zeigte sich empört.

Unter den Einzelwerten sollten die Anleger vor allem Salesforce und Workday nach deren Zwischenberichten im Auge behalten. Während Salesforce vorbörslich nur leicht nachgaben, sackten die Papiere des Anbieters cloud-basierter Computersoftware deutlich ab. Analysten monierten den Ausblick, der auf langsameres Wachstum hindeute.

Papiere der Google-Mutter Alphabet legten derweil zu. Google-Chef Sundar Pichai übernimmt nach dem Rückzug der beiden Gründer aus dem Tagesgeschäft nun auch hier die Führung. Larry Page und Sergey Brin, die Google vor mehr als 20 Jahren gegründet hatten, behalten aber weitgehend die Kontrolle bei dem Internet-Konzern durch besondere Aktien mit mehr Stimmrechten. Zugleich zementiert die Doppelrolle von Pichai die Dominanz von Google innerhalb des Alphabet-Geflechts.

Nachdem die ADP-Beschäftigungsdaten aus dem Privatsektor nur wenig bewegten, messen die Experten der Raiffeisen Bank dem ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe eine halbe Stunde nach Handelsstart noch einiges Gewicht bei. Sollte der Index mit einem stärkeren Rückgang als befürchtet enttäuschen, könnte dies die Befürchtungen vor einer Ansteckung der noch "gesunden Teile" der US-Wirtschaft befeuern, hiess es./ag/jha/

(AWP)

 

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