Aktien New York Ausblick: Nur moderate Gewinne nach Rekorden - Snap im Fokus

Nach den jüngsten Rekordständen dürften sich die weiteren Gewinne an der Wall Street erst einmal in Grenzen halten. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial am Donnerstag eine dreiviertel Stunde vor Handelsbeginn 0,10 Prozent höher bei 21 138 Punkten. Im Fokus der Anleger stehen der Börsengang des Unternehmens Snap, das hinter der populären App Snapchat steht, und eine mögliche Übernahme in der Chemiebranche.
02.03.2017 14:58

Zur Wochenmitte hatte der US-Leitindex dank der Hoffnung auf bald steigende Zinsen und wirtschaftspolitische Impulse durch Präsident Donald Trump erstmals die Marke von 21 000 Punkten geknackt. Auch die anderen Aktienindizes hatten neue Beststände erreicht.

Schon vor der Rede von US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen am morgigen Freitag geben immer mehr amerikanische Währungshüter deutliche Hinweise auf eine schnelle Zinserhöhung in der weltgrössten Volkswirtschaft. Aktuell wird die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt Mitte März an den Finanzmärkten mit 88 Prozent eingeschätzt. Zum Vergleich: Ende der vergangenen Woche lag die Wahrscheinlichkeit noch bei etwa 30 Prozent.

Obwohl die Snapchat-Macher den Anlegern keine Mitspracherechte einräumen, dürfte Snap beim heutigen Sprung aufs Handelsparkett auf eine lebhafte Nachfrage stossen. Snap hatte den Ausgabepreis bei 17,00 Dollar festgesetzt und damit oberhalb der zuletzt gesteckten Spanne von 14 bis 16 Dollar.

Auf Basis des Ausgabepreises erreicht die Platzierung damit ein Volumen von 3,4 Milliarden Dollar (3,2 Mrd Euro), und Snap wird zum Börsendebüt insgesamt rund 24 Milliarden Dollar wert sein. Es ist der grösste US-Börsengang seit die chinesische Handelsplattform Alibaba 2014 ihre Aktien platzierte. "Die Aktie dürfte zum Start abheben", prophezeite Marktanalyst Neil Wilson von ETX Capital. Im Tagesverlauf könnte es allerdings - ähnlich wie beim Börsengang des Online-Netzwerks Facebook vor knapp fünf Jahren - zu heftigen Kursschwankungen kommen.

Die Aktien von GCP Applied Technologies reagierten vorbörslich nicht auf das Interesse des deutschen Konsumgüterherstellers Henkel am Tochterunternehmen Darex Packaging Technologies. Mit über 1,05 Milliarden US-Dollar (995 Mio Euro) inklusive Schulden erscheine das verbindliche Angebot der Düsseldorfer recht hoch, schrieb Analyst Christian Weiz von der Baader Bank. Andererseits sei der Markt für Metallverpackungen sehr attraktiv, und die Übernahme bringe Henkel in eine gute Position. Darex stellt Dosenbeschichtungen und Verschlussdichtungen her, die bei der Verpackung von Getränken, Lebensmitteln, Körperpflegeprodukten oder Industriebehältern zum Einsatz kommen.

Ansonsten stand Yahoo mit einem vorbörslichen Kursverlust von über einem halben Prozent im Blick. Nach der Blamage mit erst Jahre später bekannt gewordenen, gewaltigen Hacker-Attacken auf das Internet-Urgestein bekommt Unternehmenschefin Marissa Mayer keinen Bonus für dieses Jahr. Laut einer Untersuchung des Verwaltungsrates wurden 2014 zwar 26 betroffene Nutzer ausgemacht und zusammen mit den Sicherheitsbehörden informiert. Es sei jedoch versäumt worden, eine weitergehende Prüfung einzuleiten, obwohl es dafür ausreichend Gründe gegeben habe. Chefjurist Ron Bell verlässt das Unternehmen./gl/das

(AWP)