Aktien New York Ausblick: Rekordjagd hält an - Dow über 20800 Punkten erwartet

An der Wall Street winken auch am Donnerstag Rekorde. Allerdings dürften die Anleger ähnlich wie schon am Vortag das Gaspedal nicht durchdrücken. So taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn mit 0,14 Prozent im Plus - knapp über der noch nie erreichten Marke von 20 800 Punkten.
23.02.2017 15:03

Tags zuvor hatte das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung gezeigt, dass viele Notenbanker eine Zinserhöhung "recht bald" für angemessen halten, falls die Wirtschaft auf Kurs bleibt. Ein Marktbeobachter taxierte die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt bereits im März auf 50 bis 60 Prozent. Entscheidend sei wohl die Lohnentwicklung im Februar.

Im Fokus bleiben zudem die nächsten Schritte von US-Präsident Donald Trump. Am Donnerstag will er sich mit hochrangigen Unternehmensvertretern treffen, um über die Arbeitsmarktsituation und seine Steuer- und Handelspolitik zu sprechen. Die Bekanntgabe eines neuen Einreise- und Flüchtlingsstopps musste er offenbar aber erneut verschieben. Medienberichten zufolge soll das neue Dekret erst in der kommenden Woche öffentlich werden.

Rückenwind erhält der Aktienmarkt vom gestiegenen Ölpreis, was Anleger als Anzeichen für eine anziehende Nachfrage deuten - und damit als positives Konjunktursignal. Vor den am Nachmittag erwarteten Lagerbestandsdaten gab es am Markt Hinweise darauf, dass die amerikanischen Ölreserven gesunken sein könnten. Ein vorbörslicher Profiteur der höheren Preise für das "schwarze Gold" sind die Aktien von Ölkonzernen: Jene von ExxonMobil wurden ein halbes Prozent höher gehandelt.

Ansonsten standen bei den Einzelwerten vor allem die Tesla-Aktien im Mittelpunkt. Zunächst im Plus erwartet, drehten sie vorbörslich mit mehr als 2 Prozent ins Minus ab. Zunächst hatten die Anleger noch die am Vorabend vorgelegten Geschäftszahlen gewürdigt. Ein Händler verwies dann aber auf den zuletzt starken Lauf der Papiere und Spekulationen über eine Kapitalerhöhung. Auch der angekündigte Abschied von Finanzchef Jason Wheeler wurde am Markt als Belastung angesehen.

Nachdem die Berichtssaison zuletzt auf Hochtouren gelaufen war, gab es an diesem Donnerstag nur Bilanzen von eher kleineren Börsenunternehmen zu verwerten. Für die Papiere von L-Brands ging es vorbörslich um mehr als 13 Prozent in den Keller, weil der Ausblick des für seine Wäschemarke Victoria's Secret bekannten Unternehmens enttäuschte. Nach der Schlussglocke erst werden Resultate zum ersten Quartal von Hewlett-Packard sowie zum vierten Quartal des Modehändlers Gap erwartet./tih/ag

(AWP)