Aktien New York Ausblick: Sinkende Brexit-Sorgen schieben Wall Street an

NEW YORK (awp international) - Die schwindende Brexit-Angst der Anleger dürfte auch die US-Börsen zu Wochenbeginn wieder aufleben lassen. Dabei kann die Wall Street auf starke Vorgaben aus Asien und Europa bauen, wo die Investoren sich zuletzt wieder verstärkt in risikoreichere Anlageklassen wie Aktien zurück wagten.
20.06.2016 14:59

Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn um 1,14 Prozent fester bei 17 877,50 Punkten. In der vergangenen Woche hatte der US-Leitindex wegen der Sorgen um einen EU-Austritt Grossbritanniens und die Unsicherheit über dessen politische und wirtschaftliche Folgen etwas mehr als 1 Prozent an Wert eingebüsst. Die Anleger hätten aber zu stark auf fallende Kurse gesetzt und positionierten sich nun wieder um, sagte Experte Michael Hewson von CMC Markets.

Umfragen vom Wochenende zufolge liegt nach dem Mord an der Labour-Abgeordneten Jo Cox das Lager der Gegner eines EU-Austritts Grossbritanniens nun mit 45 zu 42 Prozent wieder vorn. In der vergangenen Woche hatte es noch nach einem Sieg der Brexit-Befürworter bei dem an diesem Donnerstag anstehenden Referendum ausgesehen.

In das Blickfeld der Investoren in den USA dürften vor diesem Hintergrund die Bankaktien rücken. Die Titel der Geldinstitute hatten zuvor in Europa auf breiter Front zugelegt und dabei auch von der Hoffnung auf wieder steigende Anleiherenditen profitiert.

Auch die Ölwerte sollten Anleger im Auge behalten, nachdem die Ölpreise beflügelt vom geschwächten Dollar zuletzt wieder gestiegen waren. Vorsbörslich zeigten sich Papiere von Twitter und Ebay fester - vor dem Wochenende hatten neben der Brexit-Angst insbesondere schwache Tech-Werte den Abwärtskurs der US-Börse eingeleitet.

Auf Konjunkturseite bleibt die Agenda dagegen an diesem Tag nahezu leer. Einzig die Rede von Neel Kashkari, Präsident der Notenbank von Minneapolis, könnte für etwas Aufmerksamkeit sorgen. Noch immer fragen sich die Anleger, wann die US-Notenbank Fed die Ende 2015 eingeleiteten Zinswende mit einer erneuten Anhebung fortsetzt. Erst in der vergangenen Woche hatte die Fed eine Erhöhung des Leitzinses aufgeschoben - und unter anderem die Brexit-Gefahr als Grund genannt./tav/stb

(AWP)