Aktien New York Ausblick: Verluste - Vertrauen in Trump schwindet weiter

Die US-Börsen dürften am Montag an ihren schwächsten Wochenverlauf seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten anknüpfen. Der Unmut der Anleger nach der gescheiterten Abstimmung über die Gesundheitsreform vor dem Wochenende dürfte andauern. Zudem fielen die Ölpreise weiter.
27.03.2017 14:51

Der Broker IG taxierte den US-Leitindex Dow Jones Industrial gut eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn 0,62 Prozent tiefer auf 20 470 Punkte. In folge der Kursverluste vom Freitag hatte der Dow vergangene Woche ein Minus von 1,5 Prozent erlitten, nachdem er seit Anfang November fast nur nach oben geklettert war.

Vor dem Wochenende war es der neuen Regierung unter Trump nicht gelungen, die Gesundheitsreform - und damit eines der grössten Wahlversprechen des neuen Präsidenten - durch das Parlament zu bringen. Da die Abstimmung als Test für die grundsätzliche Reformfähigkeit der Regierung gilt, habe das Vertrauen in Trump einen erheblichen Dämpfer erlitten, sagte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Beim nun nächsten grossen politischen Projekt, der Steuerreform, dürfte es noch weitaus schwieriger werden, einen Konsens zu finden, befürchtet er.

Der weiter fallende Ölpreis könnte den Papieren der im Dow notierten Ölgesellschaften ExxonMobil und Chevron belasten, die vorbörslich rund ein halbes Prozent verloren. Marktbeobachter erklärten den Preisdruck mit der steigenden Zahl von Bohrlöchern zur Ölförderung in den USA.

Leichte Gewinne verbuchten vor dem Handelsstart dagegen die Aktien von Dupont , während sich die von Dow Chemical unverändert zeigten. Die EU-Kommission billigte den Zusammenschluss der beiden US-Chemieriesen mit Auflagen. DuPont muss einen grossen Teil seiner Pestizidsparte verkaufen.

Ansonsten dürften vor allem Analystenkommentare bewegen: Snap stiegen vor dem Handelsstart um 3,3 Prozent. Zahlreiche Analysten nahmen die Bewertung des Anfang März an die Börse gegangene Kameraherstellers mit einem positiven Anlageurteil auf. So startete etwa die Credit Suisse die Aktie mit "Outperform", Morgan Stanley nahm die Einstufung mit "Overweight" auf oder Goldman Sachs mit "Buy".

Die Anteilsscheine des Unterhaltungselektronikhändlers Best Buy wurden von den Analysten von Piper Jaffray von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft. Die Papiere gewannen vorbörslich 0,3 Prozent./ck/mis

(AWP)