Aktien New York: Dow folgt den Börsen in Asien und Europa nach unten

NEW YORK (awp international) - Die Wall Street hat am Donnerstag unter deutlichen Verlusten in Asien und Europa gelitten. Die Anleger sorgten sich um die Weltwirtschaft - angeheizt durch die Senkung der Wachstumsprognose der US-Notenbank (Fed) am Vorabend. Durch einen möglichen Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union könnte die Konjunktur zudem einen weiteren Dämpfer erhalten. In der kommenden Woche entscheiden die Briten beim Brexit-Referendum darüber. Dieses Damoklesschwert drängt die Anleger in die Defensive - gesucht sind vor allem Gold und Staatsanleihen.
16.06.2016 16:53

Der Dow Jones Industrial fiel zuletzt um 0,87 Prozent auf 17 486,29 Punkte. Am Mittwoch hatte der US-Leitindex noch einen zaghaften Stabilisierungsversuch unternommen und nur um 0,20 Prozent nachgegeben.

Für den breit gefassten S&P-500-Index ging es am Donnerstag um 1,00 Prozent auf 2050,83 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 büsste 1,04 Prozent auf 4363,67 Punkte ein.

Am Mittwoch hatte Fed-Präsidentin Janet Yellen bei ihrer Pressekonferenz nach der Leitzinsentscheidung eingestehen müssen, dass der drohende Brexit die Geldpolitik stark belastet. Entsprechend spielte er auch eine Rolle bei der Entscheidung, den Zins unverändert zu belassen. Den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbänker liess sie offen. An der japanischen Börse sorgten enttäuschte Hoffnungen auf weitere Impulse der Notenbank des Landes am Morgen für klare Verluste.

Positive Konjunkturdaten halfen im Handelsverlauf, das Minus an der Wall Street etwas zu begrenzen: Am US-Immobilienmarkt hatte sich die Stimmung im Juni stärker als erwartet aufgehellt. Der NAHB-Hausmarktindex stieg von 58 Punkten im Vormonat auf 60 Punkte, teilte die National Association of Home Builders (NAHB) mit. Volkswirte hatten dagegen nur mit einem Anstieg auf 59 Zähler gerechnet.

Finanzwerte tendierten bereits in Europa besonders schwach und gerieten auch an der Wall Street unter Druck. Sie leiden unter dem freien Fall der Anleiherenditen, der auf die Gewinne drückt. So büssten die Papiere von Goldman Sachs und von JPMorgan mehr als 1 Prozent ein.

An der Dow-Spitze zogen die Papiere von Merck & Co. um rund anderthalb Prozent an. Der US-Pharmakonzern hatte positive klinische Daten für das Präparat Keytruda zur Behandlung von Lungenkrebs vorgelegt.

Auf diesem Gebiet der Immuntherapie könnte Merck & Co. nun gegenüber seinem engsten Wettbewerber Bristol-Myers Squibb im Vorteil sein, schrieb Analyst Justin Smith von der französischen Bank Societe Generale. Aktien von Bristol-Myers Squibb fielen um 1,45 Prozent./la/men

(AWP)