Aktien New York: Dow gibt nach - Vertrauen in Trump schwindet weiter

Die Wall Street hat am Montag an ihren schwächsten Wochenverlauf seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten angeknüpft. Der Unmut der Anleger nach der gescheiterten Abstimmung über die Gesundheitsreform vor dem Wochenende dauerte an.
27.03.2017 17:14

Der Dow Jones Industrial verlor im frühen Handel 0,59 Prozent auf 20 474,64 Punkte. In Folge der Kursverluste vom Freitag hatte der US-Leitindex vergangene Woche ein Minus von rund 1,5 Prozent erlitten, nachdem er seit Anfang November fast nur nach oben geklettert war.

Für den breiter gefassten S&P 500 ging es am Montag um 0,47 Prozent auf 2332,91 Punkte abwärts. Der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 büsste 0,20 Prozent auf 5353,50 Punkte ein.

Vor dem Wochenende war es der neuen Regierung unter Trump nicht gelungen, die Gesundheitsreform - und damit eines der grössten Wahlversprechen des neuen Präsidenten - durch das Parlament zu bringen. Da die Abstimmung als Test für die grundsätzliche Reformfähigkeit der Regierung gilt, habe das Vertrauen in den Republikaner einen erheblichen Dämpfer erlitten, sagte Marktanalyst Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markets UK. Beim nun nächsten grossen politischen Projekt, der Steuerreform, dürfte es noch weitaus schwieriger werden, einen Konsens zu finden, befürchtet er.

Angesichts des trüben Umfeldes waren die als konjunktursensibel geltenden Finanzwerte nicht gut gelitten. So büssten die Anteilsscheine von Goldman Sachs am Dow-Ende mehr als 2 Prozent ein. Anteilsscheine des Kreditkartenanbieters American Express standen gut 1 Prozent tiefer.

Die weiter fallenden Ölpreise belasteten die Papiere der Ölgesellschaften. So verloren die Aktien von Chevron fast 1 Prozent. Marktbeobachter erklärten den Preisdruck mit der steigenden Zahl von Bohrlöchern zur Ölförderung in den USA.

Die Anteilsscheine von Dupont und Dow Chemical bewegten sich kaum vom Fleck, schlugen sich damit aber besser als der Gesamtmarkt. Die EU-Kommission billigte den Zusammenschluss der beiden US-Chemieriesen mit Auflagen. DuPont muss einen grossen Teil seiner Pestizidsparte verkaufen.

Ansonsten bewegten Analystenkommentare die Kurse: Die Papiere von Snap stiegen um gut 3 Prozent. Zahlreiche Analysten nahmen die Bewertung des Anfang März an die Börse gegangenen Unternehmens mit einem positiven Anlageurteil auf. Hinter der Firma steht die beliebte Foto- und Nachrichten-App Snapchat.

Die Anteilsscheine des Unterhaltungselektronikhändlers Best Buy wurden von den Analysten von Piper Jaffray von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft. Die Papiere gewannen mehr als 2 Prozent./la/stb

(AWP)