Aktien New York: Dow holt Brexit-Rückstand fast auf

NEW YORK (awp international) - Nach einem ruhigen Handelsauftakt haben die US-Aktienmärkte am Donnerstag im Verlauf wieder Fahrt aufgenommen. Es ist vor allem die Hoffnung auf konjunkturstützende Massnahmen der weltweit wichtigsten Notenbanken, die die Anleger bei Laune hält.
30.06.2016 20:15

Der Dow Jones Industrial kletterte nach einem trägen Auftakt sukzessive aufwärts und notierte zuletzt 1,19 Prozent fester bei 17 905,41 Punkten. Damit summiert sich der Gewinn des Leitindex seit Dienstag auf mehr als 4 Prozent, nachdem er wegen des Brexit-Schocks innerhalb von zwei Tagen rund 5 Prozent verloren hatte. Für den Monat Juni deutet sich somit ein leichtes Plus von rund einem halben Prozent an.

Der marktbreite S&P 500 gewann am Donnerstag 1,13 Prozent auf 2094,27 Zähler. Für den technologiewertelastigen Nasdaq 100 ging es um 0,96 Prozent auf 4406,67 Punkte nach oben.

Mitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) erwägen Kreisen zufolge eine Lockerung der Regeln für ihre Anleihekäufe. Sie wollten damit sicherstellen, dass nach dem Brexit-Referendum genügend Anleihen zum Kauf zur Verfügung stünden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die EZB kauft derzeit im Rahmen ihres Anleihekaufprogramms monatlich Papiere im Wert von rund 80 Milliarden Euro. Sie will damit die Konjunktur stützen und die Inflation nach oben treiben.

Neue US-Konjunkturdaten zeigten kaum Einfluss auf die Kurse. Die wöchentliche Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg erwartungsgemäss moderat. Das Geschäftsklima in der Region Chicago hat sich im Juni überraschend deutlich aufgehellt.

Nach einem Stresstest der US-Notenbank Fed steht der US-Bankensektor im Anlegerfokus. Von den 33 geprüften Banken mit bedeutendem Geschäft in den USA fielen nur die Deutsche Bank und die US-Tochter der spanischen Banco Santander durch. In der Vorwoche hatte die Fed bereits verkündet, dass die eigentlichen Kapitalpuffer der Banken dick genug sind, um auch im Krisenfall die Wirtschaft mit Geld zu versorgen. Die grossen US-Geldhäuser wollen nun Aktien zurückkaufen und die meisten auch höhere Dividenden zahlen. Die Aktien von JPMorgan , Goldman Sachs und Morgan Stanley verbuchten Kursgewinne zwischen 1,4 und 2,5 Prozent.

In den Mittelpunkt des Interesses rückten zudem Übernahmespekulationen. Im Süsswarenmarkt könnte sich Kreisen zufolge ein Mega-Deal anbahnen. Der Milka-Hersteller Mondelez sei mit einem Kaufangebot an den Konkurrenten Hershey herangetreten, berichtete die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach habe Mondelez 107 Dollar je Hershey-Aktie geboten. Zuvor hatte bereits das "Wall Street Journal" darüber berichtet. Hershey-Papiere sprangen daraufhin um mehr als 15 Prozent auf 111,87 Dollar nach oben. Mondelez-Aktien gewannen knapp 5 Prozent an Wert hinzu./edh/das

(AWP)