Aktien New York: Dow im Minus - IWF senkt US-Wachstumsprognose

Eingetrübte Wachstumsperspektiven für die US-Wirtschaft haben die Anleger an der Wall Street am Dienstag in der Defensive gehalten. Der Dow Jones Industrial sank zuletzt um 0,24 Prozent auf 21 357,39 Punkte. Zum Wochenauftakt hatte der US-Leitindex nur ein Mini-Plus über die Ziellinie gerettet. Der marktbreite S&P-500-Index verlor am Dienstag 0,49 Prozent auf 2427,24 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,42 Prozent auf 5695,34 Punkte abwärts.
27.06.2017 19:59

Der Internationale Währungsfonds (IWF) zeigt sich weniger zuversichtlich für die weltgrösste Volkswirtschaft USA. Für 2017 wird ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent erwartet, nach bislang 2,3 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte das Wachstum ebenfalls 2,1 betragen. Im April war der IWF noch von 2,5 Prozent ausgegangen. Zudem zweifelt der IWF am Wachstumsziel der Trump-Regierung von 3 Prozent im Jahr 2020.

Aus Branchensicht waren vor allem Finanzwerte gefragt. So standen die Aktien von JPMorgan mit einem Plus von 1,6 Prozent an der Spitze des Dow-Jones-Index. Die Papiere der Bank of America gewannen als Spitzenreiter im S&P-500-Index 2,7 Prozent, jene des Versicherers Metlife 1,8 Prozent. Dagegen wurden Versorger- und Telekomwerte am stärksten verkauft. Schlusslicht im Dow waren die Titel von Verizon mit einem Kursabschlag von 1,8 Prozent.

Unter den Einzelwerten standen die Papiere der Mobilfunker Sprint und T-Mobile US aufgrund neuer Übernahmespekulationen wieder einmal im Blickpunkt. T-Mobile-US-Aktien mussten angesichts gedämpfter Hoffnungen auf eine Fusion mit Sprint einen Kursrutsch von 3 Prozent hinnehmen.

Sprint verhandelt laut dem "Wall Street Journal" mit den US-Kabelanbietern Charter Communications und Comcast über eine engere Zusammenarbeit. Während der bis Ende Juli angesetzten Verhandlungen mit den Kabelanbietern lägen die Gespräche mit der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US auf Eis, hiess es. Sprint-Titel gewannen 3,5 Prozent. Comcast und Charter büssten jeweils rund 0,9 Prozent ein.

Für die Titel der Google-Mutter Alphabet ging es angesichts einer Rekordstrafe der EU um 2,1 Prozent bergab. Der Internetkonzern habe seine dominierende Position bei Produktanzeigen in Suchergebnissen zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern missbraucht, begründete die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager die Strafe von 2,42 Milliarden Euro.

Aktien von General Motors verloren 0,5 Prozent, nachdem der Autobauer sein Absatzziel für den Heimatmarkt gesenkt hatte. Man gehe nunmehr im laufenden Jahr von knapp über 17 Millionen verkauften Autos aus, sagte das Management in einer Telefonkonferenz. Davor rechnete der Konzern noch mit rund 17,5 Millionen Neuwagen./edh/jha/

(AWP)