Aktien New York: Dow Jones klettert mühelos über 21 100 Punkte

Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial ist am Mittwoch zum ersten Mal in seiner Geschichte über die Marke von 21 000 Punkten gestiegen. Schon gleich nach dem Handelsstart hatte das weltweit bekannteste Börsenbarometer die runde Zahl übersprungen. Danach wurden die Kursgewinne bis auf 21 146 Punkte ausgebaut. Zuletzt gewann der Dow-Index 1,48 Prozent auf 21 120,34 Punkte. Nach der Zurückhaltung am Vortag setzt sich damit die Kursrally in beeindruckender Manier fort.
01.03.2017 20:23

Gerade einmal drei Wochen, nachdem der Dow erstmals über 20 000 Punkte geklettert sei, habe er nun auch die 21 000er-Marke hinter sich gelassen, kommentierte Marktanalyst Neil Wilson von ETX Capital. "Das ist die bislang schnellste Zeit für einen Kursanstieg von 1000 Punkten." Die Aussicht auf stärkeres Wachstum, geringere Steuern, mehr Staatsausgaben und höhere Unternehmensergebnisse wirke wie ein magischer Cocktail für Aktien, so Wilson mit Verweis auf die Pläne Trumps.

Auch die anderen New Yorker Aktienindizes nahmen ihre Rekordjagd wieder auf. Der breiter gefasste S&P 500 gewann bisher 1,38 Prozent auf 2396,25 Punkte. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 rückte um 1,06 Prozent auf 5386,70 Zähler vor. Ein besser als erwartet ausgefallener Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe erwies sich an diesem Mittwoch als zusätzliche Stütze für den Aktienmarkt.

US-Präsident Donald Trump hatte bei seiner ersten Rede vor dem Kongress zwar Details zu seinem Wirtschaftsprogramm oder zur Steuerreform erneut vermissen lassen, doch schlug er zugleich etwas versöhnlichere Töne an und bekräftigte die Einlösung seiner Wahlversprechen. Der an der Börse für den Fall wenig konkreter Aussagen Trumps befürchtete Absturz blieb aus. Die Anleger hoffen weiter auf positive Impulse durch die Politik des neuen amerikanischen Präsidenten. "Börsianer sind froh über Trumps nun doch etwas präsidialeres Auftreten", sagte Marktexperte Mike van Dulken von Accendo Markets.

Derweil sprach sich der US-Notenbanker Robert Kaplan für baldige Leitzinserhöhungen aus. "Wir sollten den Prozess schrittweiser Zinsanhebungen beginnen", sagte der Präsident der regionalen Notenbank von Dallas bei einer Diskussionsrunde. Auch die Aussagen am Vortag von William Dudley und John Williams, beide ebenfalls einflussreiche Vertreter der Notenbank Fed, lassen darauf schliessen, dass die Fed bereits im März ein weiteres Mal den Leitzins anheben könnte.

Börsianer werten dies deswegen positiv, weil steigende Zinsen als Zeichen einer robusten amerikanischen Wirtschaft gesehen werden. Banken gelten als Profiteure höherer Zinsen. Entsprechend rückten Finanzwerte am Mittwoch vor. An der Dow Spitze legten JPMorgan um mehr als 3 Prozent zu. Der jüngste Konjunkturbericht der Zentralbank, das sogenannte "Beige Book", lieferte keine neuen Impulse für die US-Börsen.

Neben Trump, Fed und Wirtschaftsdaten sorgten zur Wochenmitte auch Unternehmensnachrichten für Schlagzeilen. So will die Schnellrestaurant-Kette McDonald's künftig ihre Kunden mit Burgern zuhause beliefern. Dies gab der Konzern im Rahmen eines Investorentages bekannt. Die Aktien waren zeitweise vom Handel ausgesetzt und legten nach Wiederaufnahme klar zu. Zuletzt gewannen sie 1,2 Prozent.

Den Preisverfall bei Nachahmer-Medikamenten hat der Pharmakonzern Mylan gut weggesteckt. Die Geschäftszahlen zum vierten Quartal waren besser als von Analysten erwartet. Die Anleger honorierten dies mit einem Kurszuwachs von 7 Prozent.

Beim Elektronikkonzern Best Buy sorgte ein enttäuschender Ausblick für einen Kursrückgang um mehr als viereinhalb Prozent. Dagegen liess die Hoffnung auf einen Schnäppchen-Zukauf die Aktien des Halbleiterherstellers Micron über 4 Prozent steigen. Micron zählt zu den Interessenten für die zum Verkauf stehende Speicherchip-Sparte des angeschlagenen japanischen Elektrokonzerns Toshiba .

Ein negativer Analystenkommentar drückte die Anteilscheine von Intel mit rund 1 Prozent ins Minus und damit an das Ende im Dow-Index. Der Chiphersteller stehe vor einschneidenden Veränderungen, schrieben die Analysten vom US-Analysehaus Bernstein Research und stuften die Aktien ab./ajx/he

(AWP)