Aktien New York: Dow Jones steigt erstmals über 21 000 Punkte

Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial ist am Mittwoch zum ersten Mal in seiner Geschichte über die Marke von 21 000 Punkten gestiegen. Schon gleich nach dem Handelsstart hatte das weltweit bekannteste Börsenbarometer die runde Zahl übersprungen. Zuletzt gewann der Dow-Index 1,16 Prozent auf 21 053,01 Punkte. Nach der Zurückhaltung am Vortag setzt sich damit die Kursrally wieder fort.
01.03.2017 16:57

Auch die anderen New Yorker Aktienindizes nahmen ihre Rekordjagd wieder auf. Der breiter gefasste S&P 500 gewann zuletzt 1,00 Prozent auf 2387,34 Punkte. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 rückte um 0,67 Prozent auf 5366,28 Zähler vor.

US-Präsident Donald Trump liess bei seiner ersten Rede vor dem Kongress zwar Details zu seinem Wirtschaftsprogramm oder zur Steuerreform erneut vermissen, doch schlug er zugleich etwas versöhnlichere Töne an und bekräftigte die Einlösung seiner Wahlversprechen. Der an der Börse für den Fall wenig konkreter Aussagen Trumps befürchtete Absturz blieb aus. Die Anleger hoffen weiter auf positive Impulse durch die Politik des neuen amerikanischen Präsidenten.

"Börsianer sind froh über Trumps nun doch etwas präsidialeres Auftreten", sagte Marktexperte Mike van Dulken von Accendo Markets. Weiterhin würden die Märkte eher von Hoffnungen und Befürchtungen bewegt als von Tatsachen. Es gelte die alte Börsenweisheit "Buy the rumour, sell the fact". Als Stütze erwies sich an diesem Mittwoch schliesslich auch ein besser als erwartet ausgefallener Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe, der noch dazu im Februar den höchsten Wert seit August 2014 erreichte.

Jüngste Aussagen von William Dudley und John Williams, beide einflussreiche Vertreter der Notenbank Fed, lassen darauf schliessen, dass die Fed bereits im März ein weiteres Mal den Leitzins anheben könnte. Börsianer werten dies deswegen positiv, weil steigende Zinsen als Zeichen einer robusten amerikanischen Wirtschaft gesehen werden.

Neben Trump, Fed und Wirtschaftsdaten sorgen zur Wochenmitte auch Unternehmensnachrichten für Schlagzeilen. Die Aktien des Softwarekonzerns Salesforce verloren vorbörslich zunächst deutlich an Wert, standen zuletzt aber 1,70 Prozent höher. Der SAP-Rivale rechnet dank einer hohen Nachfrage nach Softwarelösungen im Internet - sogenannter Cloud-Software - mit einem anhaltend starken Wachstum. Die Umsatzziele blieben aber hinter den Analystenerwartungen zurück.

Den Preisverfall bei Nachahmer-Medikamenten hat der Pharmakonzern Mylan gut weggesteckt. Die Geschäftszahlen zum vierten Quartal waren besser als von Analysten erwartet. Die Anleger honorierten dies mit einem Kurszuwachs von rund siebeneinhalb Prozent.

Beim Elektronikkonzern Best Buy sorgte ein enttäuschender Ausblick für einen Kursrückgang um 4 Prozent. Dagegen liess die Hoffnung auf einen Schnäppchen-Zukauf die Aktien des Halbleiterherstellers Micron und des Festplatten- und Datenspeicherherstellers Western Digital um fast 4 beziehungsweise etwas mehr als ein halbes Prozent steigen. Die beiden Unternehmen gehören ebenso wie der südkoreanische Konkurrent Hynix und der asiatische Auftragsfertiger Foxconn zu den Interessenten für die zum Verkauf stehende Speicherchip-Sparte des angeschlagenen japanischen Elektrokonzerns Toshiba .

Ein negativer Analystenkommentar drückte die Anteilsscheine von Intel mit 1,57 Prozent ins Minus und damit an das Ende im Dow-Index. Der Chiphersteller stehe vor einschneidenden Veränderungen, schrieben die Analysten vom US-Analysehaus Bernstein Research und stuften die Aktien ab./ajx/he

(AWP)