Aktien New York: Dow leichter - Anleger zweifeln an Trump-Versprechen

Nach dem deutlichen Kursrutsch vom Vortag haben die US-Aktienmärkte zur Wochenmitte uneinheitlich tendiert. Die Standardwerte an der Wall Street setzten dabei ihre Abwärtsbewegung mehrheitlich fort. Die Geduld mit den vollmundigen Versprechen des neuen US-Präsidenten Donald Trump scheint aufgebraucht. Anleger dies- und jenseits des Atlantiks zogen deshalb die Reissleine und flüchteten in die als sicher geltenden Anlagen wie Gold und Staatsanleihen.
22.03.2017 19:18

Der Dow Jones Industrial notierte zuletzt 0,18 Prozent tiefer bei 20 630,37 Punkten. Am Dienstag war der US-Leitindex um mehr als 1 Prozent abgesackt - zuletzt war es im September vergangenen Jahres derart kräftig bergab gegangen. Der S&P 500 zeigte sich am Mittwoch praktisch unverändert bei 2344,61 Zählern. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 kletterte hingegen um 0,44 Prozent auf 5356,06 Zähler nach oben.

"Der neue US-Präsident Donald Trump verspricht, twittert, redet und streitet immer noch, aber wenig Brauchbares ist bislang dabei rausgekommen", kommentierte Börsenexperte Jochen Stanzl von CMC Markets. Nun scheine der Zeitpunkt gekommen, "an dem eine mit Trump-Euphorie vollgepumpte Wall Street heiss gelaufen ist und die Rally der vergangenen Monate hinterfragt", so Stanzl.

Neue Daten aus der US-Immobilienbranche hatten keinen merklichen Einfluss auf die Kurse. In den USA sind die Verkäufe bestehender Häuser im Februar deutlicher als erwartet zurückgegangen. Die Hauspreise haben zum Jahresauftakt überraschend stagniert.

Unter den Einzelwerten sackten die im Dow gelisteten Aktien von Nike um mehr als 6 Prozent ab und waren damit klares Schlusslicht im Leitindex. Dem weltgrössten Sportartikelkonzern sitzt die Konkurrenz im Nacken. Ein nicht ganz so stark wie erhofft ausgefallenes Umsatzwachstum im dritten Geschäftsquartal sowie schwächere Auftragseingänge verschreckten die Anleger. Analysten sahen in dem Zahlenwerk ein Indiz, dass Konkurrenten wie Adidas dem Branchenprimus Marktanteile abjagen - gerade auf dem wichtigen US-Markt.

Den Logistikkonzern FedEx kommt die Übernahme seines niederländischen Rivalen TNT Express zwar teurer zu stehen als gedacht. Gleichwohl stellte Unternehmenschef Fred Smith den Anlegern eine höhere Profitabilität in Aussicht. Die FedEx-Anteilsscheine gewannen zuletzt 1,4 Prozent und standen damit im S&P-100-Index an der Spitze.

Die Papiere von General Electric (GE) reagierten mit einem Plus von 0,4 Prozent auf die Bekanntgabe neuer finanzieller Ziele. So soll im Industriegeschäft der bereinigte operative Gewinn 2017 auf 17,2 Milliarden Dollar steigen. Ausserdem will GE die Fixkosten in der Industriesparte in den kommenden beiden Jahren um jeweils eine Milliarde senken. Zugleich wurde die Entlohnung des Top-Managements stärker an den Geschäftserfolg gekoppelt.

Die Titel von US Steel verteuerten sich um 2,4 Prozent. Sie profitierten von einer positiven Studie der US-Grossbank JPMorgan, die das Kursziel erhöhte und die Aktie zum kauf empfahl. Zudem hob die Ratingagentur Fitch den Ausblick für den Stahlkonzern von "Negative" auf "Stable"./edh/das

(AWP)