Aktien New York: Dow weitet Minus aus - Nordkorea-Krise und schwache Daten

Die Nordkorea-Krise hat die Wall Street auch am Donnerstag ins Minus gedrückt. Als Belastung hinzu kamen eher enttäuschende Konjunkturdaten. So waren die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ein wenig stärker als von Analysten prognostiziert gestiegen. Zudem hatte sich der Preisauftrieb auf Erzeugerebene im Juli entgegen dem erwarteten leichten Anstieg weiter abgeschwächt
10.08.2017 19:57

Der Dow Jones Industrial weitete seine jüngsten Verluste deutlich aus und büsste zuletzt 0,61 Prozent auf 21 914,52 Punkte ein. Der S&P 500 fiel um 1,01 Prozent auf 2449,06 Punkte. Für den Nasdaq-Auswahlindex 100 ging es sogar um 1,63 Prozent auf 5823,10 Punkte nach unten. Technologieaktien reagieren in der Regel besonders sensibel auf konjunkturelle Nachrichten.

Für Aufsehen sorgte auch der deutliche Sprung des VIX auf den höchsten Stand seit Mai. Ein Anstieg dieses auch als "Angstbarometer" bezeichneten Volatilitäsindex' spricht für zunehmende Unsicherheit der Investoren. Dies sei zwar noch keine grosse Katastrophe für den Aktienmarkt, schrieb Analyst Neil Wilson vom Handelshaus ETX Capital. Allerdings zeige sich doch, dass die Kurse wieder stärker schwankten als noch in den letzten Wochen.

Auf Unternehmensebene trennten sich Anleger von Aktien vieler Einzelhändler. Zuvor hatten die Warenhausketten Macy's und Kohl's zwar beim Umsatz im zweiten Quartal nicht so deutlich Federn lassen müssen wie befürchtet. Das reichte jedoch offenbar nicht, um die Bedenken der Investoren bezüglich der trüben Aussichten für die Branche zu zerstreuen. Vielmehr erklärte der Unternehmenschef von Macy's, es sei zu früh zu sagen, wann die Erlöse wieder anziehen könnten.

So sackten die Papiere von Macy's und Kohl's zuletzt um 9,62 Prozent beziehungsweise mehr als 6 Prozent ab. Im Sog dessen verloren die Anteilscheine von J.C. Penney 6,69 Prozent und die von Sears rund 10 Prozent. Die Aktien von Nordstrom und von Target gaben um jeweils rund 4 Prozent nach. Investoren befürchteten, dass der Niedergang der unter dem Trend zum Online-Shopping und der Übermacht von Amazon leidenden Warenhausketten nicht mehr zu stoppen ist.

Bereits am Mittwoch nach Handelsende hatte 21st Century Fox Zahlen vorgelegt. Diese zeigten zwar, dass der Unterhaltungskonzern im vergangenen Geschäftsquartal wegen mangelnder Kinohits einen deutlichen Gewinnrückgang erlitten hatte. Allerdings brummte das Kabelgeschäft mit dem Pay-TV-Sender FX und dem Nachrichtenflaggschiff Fox News, das durch hohe Einschaltquoten und sprudelnde Werbeeinnahmen vom Rummel um Donald Trumps US-Präsidentschaft profitiert. Insofern gewannen die Papiere zuletzt 0,72 Prozent./la/mis

(AWP)