Aktien New York: Erneut Bestmarke beim Dow - Tech-Werte im Hintertreffen

Der Dow Jones Industrial hat sich zu Beginn der neuen Handelswoche auf einen Rekordstand begeben. Experten verwiesen auf die bislang gut verlaufende Berichtssaison der US-Unternehmen als Antreiber und Indiz für eine weiterhin gut laufende Weltwirtschaft. Der Leitindex rückte am Montag in der Spitze bis auf 21 929 Punkte vor. Zuletzt stand er noch 0,41 Prozent höher bei 21 920,40 Punkten. Im Juli steuert er so auf ein Monatsplus von mehr als 2,6 Prozent hin.
31.07.2017 20:25

Bei den Indexkollegen des Dow ist die Rekordjagd dagegen etwas ins Stocken geraten. Dass sowohl der S&P 500 und vor allem der Nasdaq 100 ihre Bestmarken aus der Vorwoche nicht weiter steigern konnten, begründeten Händler zum Monatsschluss mit einem vorläufigen Favoritenwechsel - weg von Technologiewerten und hin zu den Standardaktien im Dow. So kam es, dass es für den Nasdaq 100 um 0,58 Prozent auf 5874,66 Punkte nach unten ging, nachdem er im Juli bislang 4 Prozent gewonnen hat. Der breit gefasste S&P 500 stand derweil am Montag so gut wie unverändert bei 2472,49 Zählern.

Zu Wochenbeginn war die Agenda der Unternehmensberichte nur dünn bestückt - und auch frische Wirtschaftsdaten waren dem Markt keine echte Orientierungshilfe. Dem deutlicher als erwartet gefallenen Geschäftsklima in der Region Chicago stand eine eher positive Überraschung am Immobilienmarkt gegenüber. Die schwebenden Hausverkäufe waren im Juni stärker gestiegen als von Analysten prognostiziert.

Der Favoritenwechsel weg von den Tech-Werten zeigte sich unter anderem bei einigen schwergewichtigen Aktien an der Nasdaq: Aktien von Amazon gehörten dort mit Abgaben von fast 3 Prozent zu den grössten Verlierern. Erstmals seit zwei Wochen waren die Papiere des Online-Händlers mit 990 Dollar wieder etwas weniger wert als 1000 Dollar. Die Papiere von Facebook und der Google-Mutter Alphabet sanken um 1,5 beziehungsweise 1,9 Prozent.

Ansonsten sorgte eine 14,6 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme für Gesprächsstoff. Das US-Medienunternehmen Discovery Communications will für den Wettbewerber Scripps Networks 90 Dollar je Aktie zahlen. Die Discovery-Papiere sackten daraufhin um etwa 9 Prozent ab, während jene von Scripps nur knapp um 0,7 Prozent auf 87,49 Euro stiegen - und damit knapp unter den Angebotspreis. Entsprechende Spekulationen hatten den Kurs bereits zuvor hochgetrieben.

Im Dow dagegen waren die Boeing-Aktien am Montag eine echte Stütze. Sie rückten um rund 1 Prozent auf 244 US-Dollar vor, nachdem JPMorgan den Papieren des Flugzeugbauers in einer Studie weiteres Kurspotenzial bis 280 Dollar attestiert hatte. Spitzenreiter waren jedoch zuletzt die Aktien des Ölkonzerns Chevron mit einem Aufschlag von 1,65 Prozent. In der Nacht hatte ein Fass der US-Sorte WTI erstmals seit Mai wieder zeitweise mehr als 50 Dollar gekostet.

Für die Aktien von Altria hingegen gingen die Turbulenzen weiter: sie büssten nochmals 2,65 Prozent ein, nachdem sie am Freitag schon davon erschüttert worden waren, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA über eine Begrenzung des Nikotingehalts in Zigaretten nachdenkt. Seit dem Bekanntwerden der Pläne am Freitag haben sie schon 12 Prozent an Wert verloren.

Unter den Nebenwerten kamen Snap-Aktien mit fast 3 Prozent unter Druck, weil die beim Börsengang beschlossene Haltefrist für die zuvor schon engagierten Aktionäre endet. Börsianer befürchten bei dem Unternehmen, das hinter der Foto- und Nachrichten-App Snapchat steckt, dass daher nun zusätzliche Papiere auf den Markt kommen werden./tih/he

(AWP)