Aktien New York: Geopolitische Risiken verunsichern Anleger

Befürchtungen über eine Verschärfung geopolitischer Konflikte haben die US-Aktienmärkte am Dienstag ins Minus befördert. Börsianer verwiesen auf den sich zuspitzenden Atomstreit zwischen den USA und Nordkorea sowie auf die gefährliche Lage im Syrien-Konflikt mit der Konfrontation zwischen Russland und den Vereinigten Staaten.
11.04.2017 20:09

Der Dow Jones Industrial sank im New Yorker Nachmittagshandel um 0,18 Prozent auf 20 620,70 Punkte. Allerdings sorgte eine Erholung der Ölpreise für reduzierte Verluste im Vergleich zum frühen Geschäft. Zum Wochenauftakt war der US-Leitindex nicht vom Fleck gekommen. Der breiter gefasste S&P 500 verlor am Dienstag 0,36 Prozent auf 2348,57 Punkte. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 fiel um 0,58 Prozent auf 5390,19 Punkte.

Aus Branchensicht führten Finanz- und Technologiewerte die Liste der grössten Verlierer an. Unter den Einzelwerten sorgten die in den USA gelisteten Aktien des kanadischen Flugzeug- und Bahnkonzerns Bombardier mit einem Kursgewinn von 3 Prozent für Aufsehen. Auslöser dafür war eine Kreisemeldung über eine mögliche Fusion der Bombardier-Zugsparte mit jener des deutschen Elektrotechnikkonzerns Siemens .

Im Dow gehörten die Papiere von Walt Disney mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 113 Dollar zu den attraktivsten Werten. Zuvor hatte die Investmentbank Goldman Sachs die Aktien des Medienkonzerns in die "Conviction Buy List" aufgenommen mit einem Kursziel von 138 US-Dollar. Der Erfolg der Realverfilmung "Die Schöne und das Biest" dürfte das Ergebniswachstum im Geschäftsjahr 2017/18 deutlich beschleunigen, schrieb Analyst Drew Borst.

Dagegen büssten die Anteilscheine der Muttergesellschaft von United Airlines, United Continental , 2,7 Prozent ein. Die Fluggesellschaft hatte in den sozialen Netzwerken weltweite Empörung hervorgerufen, nachdem sie einen Passagier wegen Überbuchung gewaltsam aus dem Flugzeug entfernen liess. Bereits vor wenigen Wochen stand die Fluggesellschaft im Fokus, nachdem sie zwei Teenagern den Flug verwehrt hatte, weil diese Leggings trugen.

Der Chipkonzern Qualcomm , der in vielen Smartphones für die Funkverbindung sorgt, spitzt seinen Streit mit Apple mit einer Gegenklage zu. Qualcomm wirft dem iPhone-Konzern vor, Tatsachen zu verfälschen und Regulierer zu Attacken angestachelt zu haben. Apple hatte bei seiner Klage im Januar erklärt, der Chip-Spezialist verlange zu viel für Patentlizenzen und fordert eine Milliarde Dollar, die Qualcomm zurückhalte. Die Qualcomm-Titel verloren als Schlusslicht im S&P-100-Index 2,3 Prozent, für die Apple-Papiere ging es als schwächster Dow-Wert um mehr als 1 Prozent nach unten./edh/he

(AWP)