Aktien New York: Gewinne nach starkem Arbeitsmarktbericht - Kein 'Shutdown'

Die US-Börsen haben am Freitag an ihre Vortagesgewinne angeknüpft. Stützend wirkten ein robuster Arbeitsmarktbericht sowie ein vorerst abgewendeter Stillstand der Regierungsgeschäfte ("Government Shutdown"). Am Vorabend war spät ein Gesetzestext verabschiedet worden, der den Bundeshaushalt bis zum 22. Dezember mit ausreichend Geld versorgt.
08.12.2017 20:16

Der Dow Jones Industrial stand zwei Stunden vor Schluss mit 0,36 Prozent im Plus bei 24 299,66 Punkten. Im Vergleich zur Vorwoche steuert er damit nach schwankendem Verlauf auf moderate Gewinne zu. Die vom US-Senat abgenickte Steuerreform hatte den Leitindex am Montag zunächst zu einem weiteren Rekord bei 24 534,04 Punkten verholfen. Anleger nutzten das hohe Niveau dann aber vorübergehend, um Kasse zu machen.

Für den breit gefassten S&P 500 ging es am Freitag sogar um ein halbes Prozent auf 2649,97 Punkte nach oben. Der Nasdaq 100 setzte seinen jüngsten Erholungskurs fort. Der Auswahlindex der Technologiewerte stieg um 0,59 Prozent auf 6353,40 Punkte.

Die Beschäftigung in den USA war im November stärker gestiegen als erwartet. Allerdings trübte ein enttäuschender Anstieg der Lohnkosten die Aussicht auf eine von der US-Notenbank erwünschte Inflation, die eine wichtige Rolle für ihre Geldpolitik spielt. "Die Fed wird wohl dennoch kommende Wochen die Zinsen erhöhen - unter anderem weil man die Investoren dies hat glauben machen", sagt Investmentstratege Luke Bartholomew vom Vermögensverwalter Aberdeen.

Auf Unternehmensseite blieb die Nachrichtenlage ruhig. So waren es am ehesten noch Analystenkommentare, die bei einigen Aktien für Bewegung sorgten. Im Dow fielen die Aktien von Microsoft mit einem Kursplus von etwa 2 Prozent positiv auf. Das Analysehaus Evercore ICI hatte das Ziel auf 106 US-Dollar angehoben. Analyst Kirk Materne wähnt das Unternehmen mittelfristig auf dem Weg zu einer Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar, die mit derzeit 650 Milliarden noch ein gutes Stück entfernt ist. Mit einem Ziel von 105 Dollar sieht ausserdem die UBS auf dem aktuellen Niveau bei 84 Dollar noch viel Kurspotenzial.

Für die Aktien von Coca-Cola jedoch ging es am Indexende um etwa 1,5 Prozent bergab. Dafür verantwortlich gemacht wurde ein Kommentar des Analysehauses Bernstein, der die derzeitigen Wachstumsziele des Getränkekonzerns als aggressiv bezeichnete und einforderte, dies "erst einmal unter Beweis zu stellen".

Unter den Nebenwerten zog der Generikakonzern Teva Pharmaceuticals die Blicke mit einer angeblich erwogenen Streichung von bis zu 10 000 Stellen auf sich. Das Unternehmen wolle unter seinem neuen Chef Kare Schultz 1,5 Milliarden bis 2 Milliarden US-Dollar einsparen, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Die Aktie legte nach dem Bericht um 7,5 Prozent zu./tih/stw

(AWP)