Aktien New York: Gewinnmitnahmen nach jüngstem Rekordmarathon

Die US-Börsen haben am Donnerstag ihrem jüngsten Rekordmarathon Tribut gezollt. Vor allem Technologiewerte standen unter Druck. Handelsteilnehmer sprachen von steigender Nervosität unter den Anlegern. Nachdem die Märkte weltweit stark gelaufen seien, bekämen einige nun langsam "kalte Füsse" und nähmen sicherheitshalber erst einmal Gewinne mit. Zudem gebe es Befürchtungen, dass die von US-Präsident Donald Trump versprochene Steuerreform nicht so rasch wie erhofft kommen könnte.
09.11.2017 20:06

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial , der am Mittwoch bei 23 575 Punkten ein Rekordhoch erreicht hatte, gab rund zwei Stunden vor Handelsschluss um 0,64 Prozent auf 23 412,82 Punkte nach. Der S&P 500 verlor 0,63 Prozent auf 2578,00 Zähler. Der Nasdaq 100 büsste 1,00 Prozent auf 6282,10 Punkte ein.

Analyst Milan Cutkovic vom Broker Axitrader verwies auf die US-Politik: "Da sich die Steuerreform weiter verzögert, werden die Investoren langsam etwas nervös." Sollte es nicht bald Fortschritte geben, drohe die Stimmung auf dem Börsenparkett zu kippen. "Nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Monate steigt mit jedem Tag, ohne dass die Trump-Administration liefert, das Risiko von Gewinnmitnahmen und einer grösseren Korrektur", warnte er.

Der US-Dollar schwächelte an diesem Tag wieder, die Ölpreise stiegen. Die aktuellen Konjunkturdaten fielen zwar schwächer als erwartet aus, hatten aber nur bedingt Einfluss auf die Stimmung an den US-Börsen. In der vergangenen Woche waren mehr Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt worden als vermutet.

Besonders hoch fielen die Verluste im Technologiesektor aus: Texas Instruments etwa verloren als zweitschwächster Wert im S&P-100-Index 1,95 Prozent. Oracle als schwächster Wert fielen um 2,87 Prozent, nachdem die Investmentbank UBS die Papiere des Software-Entwicklers von "Buy" auf "Neutral" gesenkt hatte. Im Nasdaq 100 büssten KLA-Tencor 4,39 Prozent ein, Applied Materials verloren 2,74 Prozent.

Die Papiere von T-Mobile US konnten sich nur anfangs der negativen Gesamtstimmung entziehen, drehten dann aber ebenfalls in die Verlustzone und gaben um 0,84 Prozent nach. Die Deutsche Bank hatte sich positiv zur Deutsche-Telekom-Tochter geäussert. Seit April hinke die Aktie dem S&P 500 deutlich hinterher, während das Wachstum des US-Mobilfunkanbieters immer noch stärker sei als das der Konkurrenz, hatte Analyst Matthew Niknam geschrieben und das Papier von "Hold" auf "Buy" hochgestuft./ck/he

(AWP)