Aktien New York: Ins Plus gedreht

NEW YORK (awp international) - Die New Yorker Aktienindizes haben am Mittwoch ihre Verluste aus dem frühen Handel abgeschüttelt und wieder moderate Kursaufschläge verzeichnet. Investoren setzten offenbar darauf, dass die US-Wirtschaft unmittelbar negative Effekte durch das Brexit-Votum abwehren könne, hiess es aus dem Markt.
06.07.2016 19:54

Der Dow Jones Industrial rückte zuletzt um 0,17 Prozent auf 17 871,20 Punkte vor. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,21 Prozent auf 2092,96 Zähler aufwärts. Der von Technologiewerten dominierte Nasdaq 100 gewann 0,45 Prozent auf 4430,79 Punkte. Alle drei Indizes präsentieren sich damit in recht robuster Verfassung, gerade auch mit Blick auf die zur Wochenmitte erneut hohen Verluste an den europäischen Börsen.

Es passt in das freundliche Bild, dass sich auch die Stimmung im US-Dienstleistungssektor im Juni überraschend stark aufgehellt hatte. Im weiteren Verlauf steht dann noch die Veröffentlichung des Protokolls zur jüngsten US-Notenbanksitzung im Juni auf der Agenda.

Gesprächsthema an den Börsen waren aber dennoch die besorgniserregenden Signale vom britischen Immobilienmarkt. In den vergangenen Monaten haben so viele Anleger ihre Anteile an britischen Immobilienfonds zurückgegeben, dass deren Barmittel knapp geworden sind. Hintergrund ist die Furcht, dass nach dem britischen Votum für einen EU-Ausstieg viele Unternehmen ihre Präsenz im Finanzzentrum London zugunsten von Standorten auf dem europäischen Kontinent verringern könnten. In dieser Woche gaben bereits vier grosse britische Vermögensverwalter bekannt, dass sie ihren Kunden die angelegten Gelder vorerst nicht zurückzahlen können.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten gab es in den USA am Mittwoch kaum. Die grössten Kursverluste verbuchte der Telekomsektor. Verizon Communications gaben im Dow-Index als einer der schwächsten Werte um 1,15 Prozent nach. Im Pharmasektor gab es dagegen die grössten Zuwächse. Merck & Co. schoben sich mit plus 1,49 Prozent an die Dow-Spitze.

Beim Autobauer Fiat Chrysler sorgte eine negative Studie der britischen Investmentbank Barclays zunächst für Kurseinbussen von mehr als 3 Prozent, die zuletzt jedoch auf nur noch auf 0,09 Prozent eingedämmt wurden.

Die Aktien des Online-Videodienstes Netflix notierten zuletzt wegen einer Abstufung durch das Analysehaus Jefferies jedoch weiterhin um mehr als 3 Prozent tiefer. Am Dienstag hatten sie noch davon profitiert, dass die Kunden des Kabelkonzerns Comcast künftig den Streaming-Service von Netflix über bestimmte Inhalteplattformen von Comcast nutzen können.

Den Papieren von Edelmetallproduzenten kam der erneute Goldpreisanstieg zugute. Newmont Mining und Coeur Mining gewannen rund 2 beziehungsweise annähernd 6 Prozent dazu./ajx/men

(AWP)