Börsen in den USA - Kaum verändert - Fed-Sitzung wirft Schatten voraus

Die Wall Street hat am Montag auf der Stelle getreten. Weil Anleger wenige Tage vor der Zinsentscheidung in den USA das Risiko scheuten, ging es in New York äusserst ruhig zu.
13.03.2017 21:43
Die US-Fahne weht vor New York im Wind.
Die US-Fahne weht vor New York im Wind.
Bild: Pixabay

Der Dow Jones Industrial gab am Ende knapp um 0,10 Prozent auf 20 881,48 Punkte nach. Den Tag über hatte sich der Leitindex dabei nur in einer engen Spanne von ungefähr 80 Punkten bewegt. In mitteleuropäischer Zeit begann und schloss der Handel wegen der in den USA bereits erfolgten Zeitumstellung eine Stunde früher als zur sonst gewohnten Zeit.

Ähnlich träge wie der Dow zeigten sich zu Wochenbeginn auch seine Indexkollegen. Der breiter gefasste S&P 500 legte aber immerhin knapp um 0,04 Prozent auf 2373,47 Zähler zu. Auch die Technologiewerte im Nasdaq 100 schlossen leicht mit 0,16 Prozent im Plus bei 5394,57 Punkten.

Zinserhöhung wird erwartet

Mit dem trägen Verlauf knüpfte der US-Aktienmarkt nahtlos an seine Lethargie der vergangenen Tage an. Nach dem Anfang März geschafften Sprung über die Marke von 21 000 Punkten war dem Dow in der vergangenen Woche der Treibstoff ausgegangen. Selbst ein starker US-Arbeitsmarktbericht, der die Kurse üblicherweise stark bewegt, war vor dem Wochenende ohne grössere Auswirkungen geblieben.

Wenn die Notenbank Fed am Mittwoch über ihre Geldpolitik entscheidet, gilt eine Leitzinsanhebung um 0,25 Prozentpunkte unter Experten als ausgemachte Sache. "Wir werden dann feststellen, ob die Entscheidungsträger den Markt in die richtige Richtung geführt haben", sagte Marktanalyst Craig Erlam vom Broker Oanda. Er sieht noch letzte verbleibende Risiken, dass es sich um eine Fehlinterpretation handeln könne - mit der Gefahr einer dann hohen Volatilität.

Intel stärkt Präsenz im Autosektor

Dem Marktumfeld entsprechend waren kursbewegende Unternehmensnachrichten dünn gesät. Einzige echte Nachricht war eine Übernahme an der Schnittstelle des Technologie- und Autosektors: Die in den USA gelisteten Anteilsscheine von Mobileye schossen wegen einer Offerte von Intel um mehr als 28 Prozent hoch. Der Chipkonzern bietet 15,3 Milliarden Dollar für das Start-up aus Israel, das auf Kameras bei selbstfahrenden Fahrzeugen spezialisiert ist - einem der grossen Megatrends in der Automobilbranche.

Für die Intel-Aktien hingegen ging es um rund 2 Prozent nach unten, womit sie zu den schwächsten Dow-Werten gehörten. Barclays-Analyst Blayne Curtis zeigte sich nicht überrascht von dem Schritt, zumal das autonome Fahren eine wichtige Wachstumsdisziplin für viele Halbleiterunternehmen sei. "Wir betrachten diesen Deal als Beweis dafür, dass Intel seine gegenwärtigen Anstrengungen in diesem Raum als unzureichend betrachtet", betonte sein Kollege Stacy Rasgon von Bernstein Research.

Der Euro gab am Montag seine anfänglichen Gewinne wieder ab. In New Yorker wurden zuletzt 1,0655 US-Dollar bezahlt, nachdem die Gemeinschaftswährung den Tag über in der Spitze bei 1,0714 Dollar gehandelt wurde. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0663 (Freitag: 1,0606) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9378 (0,9429) Euro. Am US-Rentenmarkt verloren richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen 12/32 Punkte auf 96 25/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,618 Prozent.

(AWP)