Aktien New York: Kleine Verluste - Brexit und Berichtssaison im Blick

Wenige Tage vor der Amtseinführung von Donald Trump haben Anleger an den US-Börsen am Dienstag eine zögerliche Haltung eingenommen. Fallende Kurse im Finanzsektor gaben am Tag nach dem "Martin Luther King Day" eine etwas schwächere Tendenz vor, während der breite Markt vor allem auf die voranschreitende Berichtssaison und nach London schaute. Dort hatte Premierministerin Theresa May in ihrer Grundsatzrede zum Brexit eine klare Trennung von der EU angekündigt.
17.01.2017 20:25

Nach dem verlängerten Wochenende gab der Dow Jones Industrial am Dienstag um 0,23 Prozent auf 19 840,36 Punkte nach, konnte sich dabei aber etwas von einem noch schwächeren Start erholen. Zur Marke von 20 000 Punkten blieb er aber weiter auf Abstand. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,22 Prozent auf 2269,60 Punkte und der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 fiel um 0,28 Prozent auf 5045,28 Punkte.

Die May-Aussagen hielten am Dienstag vor allem die Devisenmärkte in Atem - genauso wie neue Kommentare des designierten US-Präsidenten Donald Trump, der am Freitag ins Weisse Haus einziehen wird. Der Nachfolger von Barack Obama schickte den US-Dollar in einem Interview mit Kritik an der Stärke der US-Währung zum chinesischen Yuan auf Talfahrt.

Bei Aktienanlegern hingegen stand vermehrt die anlaufende Berichtssaison im Blickfeld. Der Kursrally wegen der Hoffnung auf eine wirtschaftsfreundliche Politik unter Trump müsse nun ein lupenreiner Start in den Zahlenreigen der Unternehmen folgen, sagte ein Börsianer. Nur dann könne der gute Kursverlauf weiter am Leben erhalten werden. Zuletzt hatten dem Dow die entscheidenden Impulse zum Passieren der 20 000 Punkte gefehlt.

Nachdem vor dem Wochenende schon drei Grossbanken berichtet hatten, zog nun Morgan Stanley mit Quartalszahlen nach. Den Aktien war es jedoch keine Stütze, dass der Börsen-Boom nach den US-Präsidentenwahlen dem Finanzinstitut einen starken Jahresabschluss beschert hatte. Obwohl sich der Gewinn im Schlussquartal verdoppelte, büssten die Aktien in einem insgesamt sehr trüben Sektorumfeld mehr als 3 Prozent ein. Im Dow waren die Aktien von JPMorgan mit Abgaben von mehr als 3 Prozent der grösste Verlierer - dicht gefolgt von Goldman Sachs mit rund 2 Prozent Minus.

Ausserdem gab es Zahlen vom Versicherungsanbieter UnitedHealth zu verarbeiten. Obwohl der Konzern das Jahr nach teurem Ärger mit seinen Obamacare-Verträgen mit einem dicken Gewinnplus abgeschlossen hatte, sackten die Papiere um 1,33 Prozent ab. Damit gehörten sie ebenfalls zu den schwächsten Dow-Werten.

Um rund 2 Prozent nach oben ging es dagegen für die im US-Leitindex führenden Aktien von Wal-Mart , nachdem der Handelsriese am Dienstag mitgeteilt hatte, in diesem Jahr rund 10 000 Stellen in den USA schaffen zu wollen. Die Jobs sollen durch einen seit längerem geplanten Filialausbau entstehen.

Unter den Nebenwerten rückten die Anteile des Tabakkonzerns Reynolds American um mehr als 3 Prozent vor. Dafür verantwortlich war ein erhöhtes Übernahmeangebot durch den Konkurrenten British American Tobacco (BAT) . Beide Seiten einigten sich nun über die Bedingungen zum Kauf der Anteile, die noch nicht im BAT-Besitz sind./tih/he

(AWP)