Aktien New York: Kleines Minus am Jahrestag des 'Schwarzen Montag'

Der Dow Jones Industrial steuert nach seiner langen Rekordjagd am Donnerstag auf einen Rückschlag zu. Allerdings fiel das Minus für den US-Leitindex am 30. Jahrestag seines bisher grössten Tagesverlusts, der als "Schwarzer Montag" bekannt geworden war, moderat aus. Als Belastung erwiesen sich mehrheitlich negativ aufgenommene Unternehmenszahlen, während Konjunkturdaten erneut keine Impulse gaben.
19.10.2017 17:20

Der US-Leitindex stand nach einem verhaltenen Start zuletzt nur noch 0,20 Prozent tiefer bei 23 111,62 Punkten, nachdem er seit Monatsbeginn an 12 von bislang 13 Handelstagen neue Rekorde verbucht hatte. Damit blieb er über der Marke von 23 000 Punkten, die er am Dienstag erstmals in seiner langen Geschichte überwunden hatte.

Auch die anderen US-Börsenindizes schafften es am Donnerstag erst einmal nicht erneut auf Bestmarken: Der marktbreite S&P 500 verlor 0,20 Prozent auf 2556,03 Punkte und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 fiel um 0,53 Prozent auf 6081,95 Zähler.

Am 19. Oktober 1987 war der Dow Jones um mehr als 500 Punkte eingebrochen - fast ein Viertel des Börsenkapitals war damals auf einen Schlag verpufft. Es dauerte danach über ein Jahr, bis der Index diesen Verlust wieder wettmachte.

Genau 30 Jahre später standen an der Wall Street mehrere Quartalsbilanzen im Fokus. Nachdem zur Wochenmitte insbesondere der IT-Riese IBM die Anleger in Feierlaune versetzt hatte, stiessen die jüngsten Unternehmensmeldungen eher auf ein negatives Echo.

Bei der Online-Handelsplattform Ebay überwog der enttäuschende Ausblick die guten Zahlen - entsprechend büssten die vergangene Woche noch rekordhohen Aktien 2,16 Prozent ein. Ebay hatte zwar im dritten Quartal einen Gewinnsprung geschafft und konnte die Analystenerwartungen insgesamt leicht übertreffen. Doch das Gewinnziel für das Weihnachtsquartal fiel etwas niedriger aus als angenommen.

Für die Apple-Titel ging es am Dow-Ende um 2,52 Prozent bergab. Hier belastete ein Medienbericht, wonach der iPhone-Hersteller wegen schwacher Absatzzahlen mit neuen Modellen seine Aufträge an Zulieferer um gut die Hälfte gekürzt hat.

Noch schlechter erging es den Anteilseignern der Fluggesellschaft United Continental , die einen Kursrutsch von 5,02 Prozent verkraften mussten. Das Unternehmen konnte zwar den Umsatz im Hurrikan-Quartal stabil halten und wurde insgesamt den Erwartungen gerecht. Händler monierten aber enttäuschende Aussagen zur weiteren Entwicklung der Flugticketpreise.

Die anfangs rekordhohen Aktien von Travelers entwickelten sich zuletzt mit minus 0,22 Prozent marktkonform. Der Versicherungskonzern hatte im dritten Quartal einen Gewinneinbruch erlitten, der aber wesentlich kleiner ausfiel als von Experten befürchtet.

Spitzenreiter im US-Leitindex war indes Verizon mit plus 2,06 Prozent. Der Telekomanbieter hatte seinen Quartalsumsatz überraschend deutlich gesteigert, wenn auch vor allem dank Zukäufen.

Bei American Express reichte es immerhin für einen Kursanstieg von 0,50 Prozent, nachdem der Kreditkartenanbieter für das dritte Quartal einen Gewinnsprung berichtet hatte. Anfangs hatte offenbar noch der angekündigte Chefwechsel für Unsicherheit gesorgt./gl/he

(AWP)