Aktien New York: Knappe Verluste - Brexit und Berichtssaison im Blick

Nach der feiertagsbedingten Pause und wenige Tage vor der Amtseinführung von Donald Trump sind die US-Börsen am Dienstag zögerlich in den Handel gestartet. Fallende Kurse in den Finanz- und Gesundheitssektoren gaben eine etwas schwächere Tendenz vor, während der breite Markt vor allem auf die voranschreitende Berichtssaison und nach London schaute. Premierministerin Theresa May hatte dort in ihrer Grundsatzrede zum Brexit eine klare Trennung von der EU angekündigt.
17.01.2017 16:50

Der Dow Jones Industrial kehrte nach dem "Martin Luther King Day" 0,13 Prozent tiefer bei 19 858,91 Punkten in den Handel zurück, konnte sich dabei aber etwas von einem noch schwächeren Start erholen. Zur Marke von 20 000 Punkten blieb er aber weiter auf Abstand. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,21 Prozent auf 2269,95 Punkte und der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 gab um 0,28 Prozent auf 5045,14 Punkte nach.

Während die May-Aussagen vor allem die Devisenmärkte in Atem hielten, stand bei Aktienanlegern vermehrt die anlaufende Berichtssaison im Blickfeld. Der Kursrally wegen der Hoffnung auf eine wirtschaftsfreundliche Politik unter Trump müsse nun ein lupenreiner Start in den Zahlenreigen der Unternehmen folgen, sagte ein Börsianer. Nur dann könne der gute Kursverlauf weiter am Leben erhalten werden. Zuletzt hatten dem Dow die entscheidenden Impulse zum Passieren der 20 000 Punkte gefehlt.

Nachdem vor dem Wochenende schon drei Grossbanken berichtet hatten, zog nun Morgan Stanley mit Quartalszahlen nach. Den Aktien war es jedoch keine Stütze, dass der Börsen-Boom im Zuge der US-Präsidentenwahlen dem Finanzinstitut einen starken Jahresabschluss beschert hatte. Obwohl sich der Gewinn im Schlussquartal verdoppelte, büssten die Aktien in einem insgesamt trüben Sektorumfeld 2,65 Prozent ein.

Gleiches gilt für die Aktien aus dem Gesundheitsbereich, wo es Zahlen vom Versicherungsanbieter UnitedHealth zu verarbeiten gab. Obwohl der Konzern das Jahr nach teurem Ärger mit seinen Obamacare-Verträgen mit einem dicken Gewinnplus abgeschlossen hatte, sackten die Papiere um 1,33 Prozent ab. Damit gehörten sie zu den schwächsten Dow-Werten.

Deutlich um rund 3 Prozent nach oben ging es dagegen für die im Dow führenden Aktien von Wal-Mart , nachdem der Handelsriese am Dienstag mitgeteilt hatte, in diesem Jahr rund 10 000 Stellen in den USA schaffen zu wollen. Die Jobs sollen durch einen seit längerem geplanten Filialausbau entstehen.

Unter den Nebenwarten rückten die Anteile des Tabakkonzerns Reynolds American um mehr als 3 Prozent vor. Dafür verantwortlich war ein erhöhtes Übernahmeangebot durch den Konkurrenten British American Tobacco (BAT) . Beide Seiten einigten sich nun über die Bedingungen zum Kauf der Anteile, die noch nicht im BAT-Besitz sind./tih/he

(AWP)