Aktien New York: Kursfeuerwerk an der Nasdaq - Dow kaum verändert

Ein wahres Kursfeuerwerk bei Technologiewerten hat am Freitag die US-Indizes an der Nasdaq in neue Rekordhöhen getrieben. Starke Zahlen von schwergewichtigen Unternehmen wie Alphabet , Amazon oder Microsoft sorgten dafür, dass der Auswahlindex Nasdaq 100 zuletzt um 2,16 Prozent auf 6168,16 Punkte anzog. Seine Bestmarke erklomm er bei 6180 Punkten. Er hatte zuvor aber auch Nachholbedarf: Sein bisheriger Rekord liegt im Gegensatz zum Dow Jones Industrial schon einige Tage zurück.
27.10.2017 17:20

Papiere des Online-Händlers Amazon stellten mit einem Satz nach oben um 11 Prozent alles in den Schatten. Microsoft-Papiere standen dem mit 7,5 Prozent Plus nur wenig nach. Für den Google-Mutterkonzern Alphabet ging es ausserdem kräftig um 6,5 Prozent nach oben. Um die immensen Grössenverhältnisse zu verdeutlichen: In US-Dollar gerechnet sind diese drei Aktien mit zusammen 1,75 Billionen US-Dollar mehr Wert als der gesamte Dax .

Weil von den genannten Giganten nur einer im Dow Jones Industrial enthalten ist und dort nach Zahlen auch Kursverluste beim Pharmakonzern Merck & Co und schwache Ölwerten belasteten, ging es an der Wall Street deutlich verhaltener zu. Der Dow stand zuletzt kaum verändert bei 23 411,63 Punkten - ohne neuen Rekord. Der marktbreite S&P 500 legte ein halbes Prozent auf 2574,11 Punkte zu. Eine Stütze für den Markt war auch ein robustes Wirtschaftswachstum der USA.

Derweil geht das Rätselraten am Freitag weiter, wer demnächst auf dem Chefsessel der US-Notenbank Platz nimmt. Angeblich will US-Präsident Donald Trump seinen Favoriten schon bald benennen. Ein Verbleib von Janet Yellen wird zwar nicht ausgeschlossen, Kreisen zufolge neigt Trump aber zu Fed-Direktor Jerome Powell. Dieser gilt schon länger neben dem Star-Ökonom John Taylor als aussichtsreichster Kandidat.

Für den 11-prozentigen Kurssprung bei Amazon sorgte ein Rekordumsatz des Online-Handelsgiganten. Am Vortag noch unter 1000 Dollar stehend, erklommen die Aktien mit einem Schlag ein Rekordhoch von 1085 US-Dollar. Trotz einer milliardenschweren Investitionsoffensive konnte Amazon auch den Gewinn im dritten Quartal leicht steigern. Zahlreiche Analysten quittierten dies prompt mit höheren Schätzungen und Kurszielen.

Bei Microsoft war das Cloud-Geschäft der wichtigste Grund für einen Rekordstand bei 86 Dollar. Der Softwarekonzern hatte im ersten Geschäftsquartal von der Stärke in diesem Wachstumsgeschäft profitiert. Die Aktie führte den Dow Jones an - noch vor Intel , die nach Zahlen um 5 Prozent anzogen. Der Chipkonzern konnte die Stagnation in seinem Hauptgeschäft mit PC-Chips in anderen Bereichen wie Rechenzentren mehr als ausgleichen. Die Intel-Aktie erreichte ein Hoch seit der Jahrtausendwende.

Bestens ist auch die Stimmung beim Google-Mutterkonzern Alphabet . Dieser gab einen kräftigen Gewinnsprung bekannt, der vor allem auf boomende Werbeeinnahmen im dritten Quartal zurückging. Finanzchefin Ruth Porat sprach von einem "sagenhaften Quartal". Auch diese Aktie erreichte eine historische Bestmarke.

Bei den Dow-Konzernen Merck & Co sowie Chevron sorgten die Resultate jedoch nicht für Jubelstürme. Auf den ersten Blick waren zwar auch hier die Nachrichten gut, Anleger fanden aber Kritikpunkte im Detail. Beim Ölkonzern Chevron hiess es, die Produktionszahlen hätten enttäuscht. Sie büssten mehr als 3 Prozent ein. Beim Pharmakonzern Merck gab der Absatz eines wichtigen Medikaments Anlass zur Sorge - sie fielen um 4,5 Prozent./tih/stb

(AWP)