Aktien New York: Kursrutsch setzt sich fort

Die Gewinnmitnahmen an den New Yorker Börsen sind am Dienstag in die nächste Runde gegangen. Marktexperten sprachen von einer überfälligen Korrektur, die sich nach dem verlängerten Wochenende fortsetze. Der Dow Jones Industrial fiel nach eineinhalb Handelsstunden um 1,96 Prozent auf 27 582,78 Punkte und knüpfte so an den Kursrutsch zum Ende der Vorwoche an. Am Montag waren die Börsen in den USA wegen eines Feiertages geschlossen geblieben.
08.09.2020 17:10

Vor allem im Technologiesektor kamen die zuletzt besonders stark heiss gelaufenen Kurse mit weiteren Verlusten aus dem langen Wochenende. Der von diesem Sektor geprägte Nasdaq 100 sackte am Dienstag nochmals um 3,10 Prozent auf 11 261,95 Zähler ab. In der Vorwoche war seine Rekordrally noch über 12 000 Punkten gegipfelt, nun erreichte er plötzlich ein Tief seit Mitte August. Der marktbreite S&P 500 gab am Dienstag um 2,12 Prozent auf 3354,15 Punkte nach.

"Der jüngste Ausverkauf ist unverändert eine Korrektur, ein Rückfall war nahezu unvermeidlich geworden", schrieb Analyst Mathieu Savary vom Analysehaus BCA Research in einer Einschätzung. Aktien wachstumsstarker Unternehmen seien zuletzt geradezu senkrecht und ihre Bewertungen furios gestiegen. Mit einem längerfristigen, starken Rücksetzer rechnet er aber nicht.

Zu spüren bekamen den Kursrutsch vor allem die Highflyer der vergangenen Wochen, darunter die Papiere von Apple , Amazon und Microsoft , die am Dienstag nochmals um 2,3 bis 3,4 Prozent an Wert einbüssten. Auch in der Halbleiterbranche gingen die Kursverluste im grösseren Stil weiter. Darunter litten die grossen Ausrüster dieser Branche wie Lam Research oder Applied Materials mit Kursverlusten von bis zu 6,4 Prozent.

Noch viel schwerer traf es aber die Tesla-Aktien , die um weitere 14,6 Prozent auf 357 US-Dollar absackten. Während der Elektroautobauer eine Kapitalerhöhung abschloss und überraschend den Aufstieg in den S&P 500 verpasste, wechselten Anleger innerhalb der Branche für batteriebetriebene Fahrzeuge die Pferde - und setzten dabei auf das Unternehmen Nikola .

Dessen Papiere schossen am Dienstag um 40 Prozent nach oben. Sie wurden dabei befeuert vom Einstieg des Autoherstellers General Motors, der elf Prozent der Nikola-Aktien übernimmt. Für Experte Joseph Spak vom Analysehaus RBC nehmen die Risiken hinsichtlich des Geschäftsmodells mit dem Einstieg eines weiteren starken Partners erheblich ab.

Dieser Schritt liess auch die Aktien von General Motors um fast acht Prozent nach oben schnellen. Der Autobauer soll Nikolas mit Spannung erwarteten Pick-up-Truck Badger fertigen. Der Konzern aus Detroit will im Gegenzug von der Technologie des Herstellers batteriebetriebener Nutzfahrzeuge profitieren./tih/jha/

(AWP)

 
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