Aktien New York: Leichte Ernüchterung nach Zuversicht im Handelsstreit

Die US-Aktienmärkte haben am Dienstag ihre Anfangsgewinne im Verlauf aufgebraucht und sind leicht ins Minus gerutscht. Börsianer verwiesen auf Äusserungen chinesischer Offizieller, die die optimistischen Kommentare von US-Präsident Donald Trump zur Lösung des Handelsstreits zwischen beiden Ländern in Frage gestellt hätten. Aktuelle US-Konjunkturdaten hatten kaum Einfluss auf die Notierungen.
27.08.2019 20:03

Der Dow Jones Industrial notierte zuletzt 0,24 Prozent tiefer bei 25 837,24 Punkten. Zum Wochenstart hatte der Leitindex um rund 1 Prozent zugelegt, nachdem US-Präsident Donald Trump neue Hoffnungen auf eine Lösung des Zollkonflikts geschürt hatte.

Der marktbreite S&P 500 sank am Dienstag um 0,14 Prozent auf 2874,30 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 zeigte sich praktisch unverändert bei 7573,98 Zählern.

Die Stimmung der US-Verbraucher hatte sich im August weniger eingetrübt als erwartet. Der vom Conference Board erhobene Indikator sank im Vergleich zum Vormonat um 0,7 Punkte auf 135,1 Zähler. Analysten hatten nur mit 129,0 Punkten gerechnet. Der Preisauftrieb am US-Immobilienmarkt hatte sich im Juni weiter abgeschwächt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Häuserpreise um 2,1 Prozent, wie aus dem am Dienstag in New York veröffentlichten S&P/Case-Shiller-Index hervorgeht. Dies ist der schwächste Anstieg seit 2012.

Aus Unternehmenssicht stand am Dienstag eine mögliche Wiedervereinigung im Mittelpunkt des Interesses: Die Tabakriesen Philip Morris und Altria erwägen einen Zusammenschluss und verhandeln derzeit über eine Fusion per Aktientausch. Die vor allem für die Zigarettenmarke Marlboro bekannten Unternehmen hatten bis 2008 zusammengehört. Dann wurde Philip Morris abgespalten, um die internationalen Geschäfte zu führen, während Altria sich auf den US-Markt konzentrierte. Der Zusammenschluss hätte gewaltige Dimensionen: Philip Morris wies zuletzt einen Börsenwert von rund 120 Milliarden Dollar auf, Altria brachte es auf knapp 100 Milliarden.

An der Börse sorgte die Nachricht für erhebliche Kursbewegungen: Die Aktien von Philip Morris fielen mit Handelsbeginn deutlich ins Minus und notierten zuletzt 6,9 Prozent tiefer. Die Papiere von Altria schnellten hingegen zunächst um mehr als 11 Prozent nach oben, bröckelten im Verlauf aber stetig ab und fielen in den negativen Bereich. Zuletzt verzeichneten sie einen Verlust von 3,3 Prozent.

Im Fokus standen zudem die Aktien von Johnson & Johnson mit einem Kursgewinn von knapp 2 Prozent. Die Anleger reagierten damit erleichtert auf das für den Pharmakonzern glimpfliche Ende eines Gerichtsprozesses um suchtgefährdende Schmerzmittel. In dem Verfahren hatte der zuständige Richter am Montag eine Zahlung von 572 Millionen Dollar angeordnet. Das Unternehmen soll aus Profitgier die Suchtrisiken bei der Vermarktung seiner Medikamente durch irreführende Angaben verschleiert haben, so der Vorwurf. Vor dem Urteil hatten Analysten Strafzahlungen von bis zu einer Milliarde Dollar befürchtet./edh/he

(AWP)