Aktien New York: Leitindex gibt wegen Angst vor Zinsanstieg Gewinne ab

Die Angst der Anleger vor steigenden Zinsen hat die Wall Street am Freitag ausgebremst. Ein starker US-Arbeitsmarktbericht untermauerte lediglich die schon zuvor feste Erwartung einer Leitzinsanhebung durch die amerikanische Notenbank Fed kommende Woche. Dagegen überraschte ein Bericht, wonach die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik schon früher straffen könnte als bisher erwartet.
10.03.2017 20:32

Nach einem freundlichen Start gab der Dow Jones Industrial seine Gewinne sukzessive ab. Zuletzt notierte der New Yorker Leitindex mickrige 0,03 Prozent im Plus bei 20'863,85 Punkten. Auf Wochensicht zeichnet sich angesichts der jüngsten Schwächeperiode ein Minus von 0,68 Prozent ab.

Der breiter gefasste S&P 500 gewann zuletzt noch 0,10 Prozent auf 2'367,16 Zähler, während der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 ein Plus von 0,42 Prozent auf 5'374,12 Punkte behauptete. Derweil stand der US-Dollar im Verhältnis zum Euro deutlich unter Druck.

Die US-Wirtschaft hat im Februar überraschend viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Angesichts der weiter soliden Beschäftigungsentwicklung stehe der erwarteten Zinserhöhung nichts entgegen, kommentierte Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Am Markt wird schon seit einiger Zeit von einer Straffung der US-Geldpolitik ausgegangen, wobei allgemein eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte auf dann 1,00 Prozent erwartet wird. Inzwischen gilt aber auch eine aggressivere Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte nicht mehr als ausgeschlossen.

Derweil berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mehrere EZB-Vertreter, bei der Zinssitzung am Donnerstag sei über eine mögliche Zinserhöhung noch vor dem Auslaufen des Anleihe-Kaufprogramms am Jahresende diskutiert worden. Ein EZB-Sprecher wollte den Bericht auf Nachfrage von Bloomberg nicht kommentieren.

Die Währungshüter hatten am Donnerstag ihr Versprechen erneuert, dass eine Zinserhöhung erst geraume Zeit nach dem Auslaufen des Anleihekaufprogramms zu erwarten sei. Höhere Zinsen gelten zwar als Beleg für optimistische Konjunkturerwartungen der Notenbanken, schmälern aber die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren.

Kursbewegende US-Unternehmensnachrichten waren vor dem Wochenende dünn gesät. Bankaktien standen nach der anfangs meist freundlichen Entwicklung unter Druck, obwohl die Branche als Profiteur höherer Zinsen gilt. Im Dow verloren JPMorgan und Goldman Sachs 0,67 beziehungsweise 1,01 Prozent und zählten damit zu den schwächsten Werten. Ausserhalb des Leitindex ging es für Citigroup und Wells Fargo jeweils moderat bergab.

Die Anteilsscheine von Colgate-Palmolive verteuerten sich hingegen um 0,37 Prozent. Hier stützte offenbar die Mitteilung, dass der Konsumgüterhersteller seine Quartalsdividende um 3 Prozent auf 0,40 US-Dollar anhebt - obwohl Analysten im Schnitt mit einer Erhöhung auf 0,41 Dollar gerechnet hatten.

gl/stw

(AWP)