Aktien New York: Minus wettgemacht nach Notenbanker-Aussagen und Ölpreisanstieg

NEW YORK (awp international) - Nach Aussagen des US-Notenbankers James Bullard sowie gestützt vom neuerlichen Ölpreisanstieg haben die US-Börsen am Mittwoch ihre Verluste im Handelsverlauf wieder wett gemacht. Zudem liess sich dem Protokoll der US-Notenbank (Fed) entnehmen, dass sich die Mitglieder uneins darüber sind, ob eine baldige Leitzinsanhebung gerechtfertigt ist. Das sorgte insgesamt eher für Entspannung, da eine rasche Anhebung der Zinsen damit eher unwahrscheinlich erscheint.
17.08.2016 20:36

Der Dow Jones Industrial legte rund eineinhalb Stunden vor dem Handelsschluss um 0,03 Prozent auf 18 557,74 Punkte zu. Der marktbreite S&P-500-Index rückte um 0,05 Prozent auf 2179,27 Punkte vor, und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 0,09 Prozent auf 4801,63 Zähler.

Kurz vor Bekanntgabe des Fed-Protokolls hatte bereits Bullard, der Notenbankchef von St. Louis, gesagt, er erwarte, dass die Leitzinsen in den kommenden zweieinhalb Jahren "im Wesentlichen unverändert" bleiben dürften. Zuvor noch waren die Ölpreise zurück ins Plus gedreht, da die Ölreserven in den USA laut offiziellen Regierungsdaten im Vergleich zur Vorwoche überraschend gesunken waren. Experten hatten hingegen einen weiteren Anstieg der Reserven erwartet.

Unternehmensseitig gab es ebenfalls einiges Neues. Im Dow waren die Aktien des Netzwerkausrüsters Cisco Systems Schlusslicht mit minus 1,51 Prozent. Aufgrund des geplanten Konzernumbaus könnte Cisco dem IT-Fachdienst CRN zufolge bis zu 14 000 der weltweit zuletzt rund 73 000 Arbeitsplätze streichen. Anleger sind nun auch deshalb beunruhigt, da Cisco nach Börsenschluss seine Zahlen für das vierte Geschäftsquartal vorlegen wird.

Auf die Quartalsbilanz der Baumarktkette Home Depot am Vortag folgte ausserdem nun die des Rivalen Lowe's : Der Gewinn der Nummer Zwei auf dem US-Markt hatte die Erwartungen der Analysten verfehlt, woraufhin dessen Aktien um etwas mehr als 6 Prozent fielen. Auch der Einzelhändler Target enttäuschte, denn er kürzte seine Jahresziele. Die Quittung lieferten die Investoren prompt, die Aktie büsste ebenfalls etwas mehr als 6 Prozent ein.

Die Anteile von Cree rauschten sogar um fast 15 Prozent nach unten, weil der LED-Hersteller laut Händlern im vierten Geschäftsquartal die Gewinnerwartungen verfehlt und mit seinem Umsatzausblick enttäuscht hatte. Halbleiterhersteller Analog Devices dagegen hatte zwar ordentliche Zahlen zum dritten Geschäftsquartal abgeliefert, war aber mit seinem Ausblick auf das laufende Jahresviertel hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Aktien verloren 1,7 Prozent.

Dagegen schnellten die Titel der Modekette Urban Outfitters um fast 17 Prozent hoch. Das zweite Quartal der Modekette war laut Analysten "beeindruckend stark" ausgefallen.

In den Fokus rückte zudem ein weiteres Übernahmevorhaben. Einem Medienbericht zufolge sind angeblich inzwischen mindestens fünf Pharmakonzerne an der Übernahme des US-Krebsspezialisten Medivation interessiert, der nun Kreisen zufolge eine Aufstockung der Gebote fordere. Die Papiere gewannen an der Nasdaq zuletzt etwas mehr als 2 Prozent./ck/he

(AWP)